Ersatzflieger holt Swiss-Passagiere in der Kälte von Iqaluit ab

Zu wenig Hotels, schlafen in der Kabine: Wie die Reise für die Gestrandeten nach der Notlandung einer Boeing 777 in Nordkanada weiterging.

Sichere Notlandung in Nordkanada: bei einer Swiss-Maschine war ein Triebwerk ausgefallen. Video: Tamedia/Twitter@tattuinee/Twitter@IamLeroySanchez

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Nach vierzehn Stunden Ausharren auf einem kanadischen Regionalflughafen sind die 217 Swiss-Passagiere nun wieder unterwegs: Eine Ersatzmaschine hat sie abgeholt. Das Flugzeug, mit dem sie am Mittwochmittag in Zürich gestartet waren, war nach einem Triebwerksproblem vorsorglich zwischengelandet.

In der Maschine, die am Mittwoch um 13.30 Uhr in Zürich gestartet und auf dem Weg nach Los Angeles war, wurde eine Störungsmeldung angezeigt. Daraufhin schaltete sich das linke Triebwerk der Boeing 777 wie programmiert automatisch aus.

Die Crew entschied sich dann für eine Sicherheitslandung: Sie brach den Flug ab und steuerte den Ausweichflughafen Iqaluit an, auf dem sie mit einem Triebwerk sicher landete.

Die Swiss schickte aus New York eine Ersatzmaschine an den Polarkreis: Mit dem Airbus 330 werden die gestrandeten 217 Passagiere nach New York gebracht. Von dort aus will die Fluggesellschaft dann deren Weiterreise organisieren.

Auf Twitter ärgerte sich ein Mann über diese Vorgehensweise: Sämtliche Passagiere hätten ja an die Westküste nach LA fliegen wollen. Die Swiss hat sich jedoch für New York entschieden, «da wir von dort die besten und flexibelsten Anschluss- und Umbuchungsmöglichkeiten haben», wie eine Mediensprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Der You-Tube-Star und Sänger Leroy Sanchez, der am Dienstag in Zürich aufgetreten war, kritisierte ebenfalls auf Twitter, dass alles nur langsam vorangehe: Die Ersatzmaschine sei bereits eine Stunde da, doch noch sässen sie alle in der abgestellten Maschine. Er musste sich dann noch zwei Stunden länger gedulden - der Abflug der Ersatzmaschine erfolge erst kurz nach 11 Uhr Schweizer Zeit.

Zu wenige Hotels am Polarkreis

Die B777 mit dem ausgeschalteten linken Triebwerk landete am Mittwochabend (Schweizer Zeit) auf dem Flughafen bei der knapp 7000 Einwohner zählenden Stadt Iqaluit (früher: Frobisher Bay).

Die Swiss habe sich umgehend um Übernachtungsmöglichkeiten bemüht, doch wären diese nicht im benötigten Umfang zur Verfügung gestanden, sagte eine Mediensprecherin. «Wir haben es der Besatzung freigestellt, im Flugzeug zu bleiben oder aber sich in einen vom Flughafen vorgesehenen Aufenthaltsraum zu begeben.»

In der beheizten Flugzeugkabine zu verbleiben, sei dann für die komfortabelste Lösung befunden worden - auch angesichts sehr niedriger Aussentemperaturen. In Iqaluit herrschten Temperaturen von weit unter 20 Grad. Weil auf dem weiteren Flug nach Los Angeles noch ein weiterer Service vorgesehen gewesen wäre, sei auch ausreichend Verpflegung an Bord gewesen.

Ein Flughafen für Notfälle

Der Flughafen Iqaluit, der über eine 2600 Meter langen Piste, ein Terminal und ein Gepäckausgabeband verfügt, ist für Notlandungen auf der polaren Route vorgesehen. Er wird hin und wieder ausserplanmässig angeflogen, wenn sich an Bord eines Langstreckenfluges ein medizinischer Notfall ereignet oder ein technisches Problem auftritt. (mch/sda)

Erstellt: 01.02.2017, 22:11 Uhr

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