Thomas N. trainierte Fussball-Junioren

Der Täter von Rupperswil soll ein Einzelgänger sein – und sich doch im Fussball-Verein sehr engagieren.

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Im Dorf fiel Thomas N. nicht gross auf. Einwohner von Rupperswil AG beschreiben den mutmasslichen Vierfachmörder als introvertiert und zurückhaltend, als Einzelgänger. Meist habe er Kopfhörer getragen, nie viel gesagt, aber doch gegrüsst, und soweit «einen normalen Eindruck gemacht».

Zusammen mit seiner Mutter und zwei Hunden wohnte der 33-Jährige in einem Einfamilienhausquartier in Rupperswil. Anwohnern fiel er häufig beim Gassi-Gehen mit seinen beiden Huskys auf, deren Fotos er auch über soziale Medien teilte. Ab und an sah man Mutter und Sohn auf der Terrasse beim Grillieren. Darüber hinaus weiss man in der Nachbarschaft wenig über ihn – was er studierte, mit wem er verkehrte.

Grosser Hunde-Fan: Der 33-Jährige hatte zwei Huskys. Dieses Foto stammt von seinem Facebook-Profil .

Bekannt war N. immerhin in einem Fussballclub in der Region – dort trainierte er eine Juniorenmannschaft. Zuvor trainierte er eine Saison lang die C-Junioren eines anderes Clubs – danach hörte er auf, angeblich wegen eines Auslandsemesters, das er dann doch nicht absolviert habe. Wenige Monate später sei er bereits für einen anderen Verein an der Linie tätig gewesen.

Bei ihm habe er einen positiven Eindruck hinterlassen, sagt ein Trainerkollege über den heute 33-jährigen Täter. Dieser habe sich sehr kollegial verhalten und im Verein stark engagiert. Übergriffe seien nie ein Thema gewesen. Vom Privatleben des Mannes habe der Trainerkollege aber keine Ahnung, N. habe sehr abgeschottet gelebt.

Bekannte sind überrascht

Wer N. kannte, zeigt sich überrascht, dass er kurz vor Weihnachten den brutalen Raubmord verübt haben soll. Nachbarn und Bekannte sind schockiert. Polizei und Staatsanwaltschaft scheinen hingegen keine Zweifel zu hegen: Der Täter habe vollumfänglich gestanden, zudem sei er durch einen Fingerabdruck und DNA-Spuren mit dem Tatort in Verbindung gebracht worden.

Ansonsten gaben Staatsanwaltschaft und Polizei über den Mann nicht viel bekannt. 33 Jahre alt sei er, ledig, Schweizer ohne Migrationshintergrund, als Student gemeldet und selber in Rupperswil wohnhaft. Eine persönliche Beziehung zwischen Täter und Opfer soll nicht bestanden haben, die Opfer hätten den Täter nicht einmal gekannt – wie auch die Polizei nicht. Über den derzeitigen Zustand des Mannes sagte Staatsanwältin Barbara Loppacher, er sei physisch gesund und habe in Untersuchungshaft genommen werden können. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.05.2016, 21:05 Uhr

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