Tat, Täter, Schreckenspläne – das Grauen von Rupperswil in 6 Fragen

Es war eine Pressekonferenz, die einem den Atem stocken lässt. Das Wichtigste zusammengefasst und im Video.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Was wurde heute bekannt?
Der grausame Vierfachmord vom 21. Dezember 2015 im aargauischen Rupperswil ist geklärt. Die Behörden informierten heute Nachmittag an einer Pressekonferenz in Schafisheim über den Stand der Dinge. Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 33-jährigen, nicht vorbestraften Mann aus Rupperswil. Er wurde am Donnerstag verhaftet und ist geständig. Opfer und Täter kannten sich nicht. Die Ermittler gehen beim derzeitigen Stand von einem Einzeltäter aus.

«Den Opfern wurde die Kehle durchgeschnitten»: Staatsanwältin Barbara Loppacher nimmt nach der Pressekonferenz Stellung.

Was kennt man vom Motiv?
Der Täter hatte sowohl finanzielle wie auch sexuelle Motive. Er zwang die Mutter, «ihre finanziellen Möglichkeiten aufzuzeigen» und danach die bekannten Summen abzuheben. Danach verging er sich sexuell am jüngeren Sohn. Auf die Frage eines Journalisten, ob der Mann Schulden hatte, hiess es, laut ersten Erkenntnissen sei das nicht der Fall. Keine Antworten gab es von Seiten der Behörden auf die Fragen, ob beim Täter «kinderpornografisches Material» gefunden wurde respektive, ob es sich um «einen Pädophilen» handle. Die Tötung sei von Anfang an geplant gewesen, so die Ermittler.

Staatsanwältin Barbara Loppacher informiert über die Motive des Täters, die sowohl finanziell als auch sexuell motiviert waren.

Wie war der Tathergang?
Der Täter hatte das Haus schon am frühen Morgen des 21. Dezembers 2015 beobachtet. Als der Lebensgefährte der später ermordeten Frau zur Arbeit fuhr, drang er unter einem Vorwand ins Haus ein. Indem er den jüngeren Sohn bedrohte, zwang er die Mutter, den älteren Sohn und seine Freundin zu fesseln und zu knebeln. Auch der jüngere Sohn wurde entsprechend gefesselt. Dann zwang er die Frau, an zwei Bancomaten Geld abzuheben. Später fesselte er auch die Frau und den jüngeren Sohn und verging sich an ihm. Anschliessend tötete er die vier Gefesselten, indem er ihnen die Kehle durchschnitt. Im Haus legte er Feuer und machte sich unerkannt davon.

Hauptmann Marus Gisin von der Kapo Aargau erklärt das Spurenbild und erläutert den genauen Ablauf der Tat.

Wie kam es zur Verhaftung?
Der Täter wurde am Donnerstag verhaftet. Die Polizei hatte ihn im Visier. Fingerabdrücke und DNA-Spuren konnten sichergestellt und abgeglichen werden. Als sich die Hinweise verdichteten, dass es sich um den Täter handelt, griff die Polizei am Donnerstag nach 72-stündiger Vorbereitungsarbeit zu.

«Das war akribische Kleinstarbeit»: Hauptmann Gisin über die Ermittlung im Fall Rupperswil.

Der Mann wurde im öffentlichen Raum verhaftet und leistete dabei keinen Widerstand. Die Belohnung von 100'000 Franken für Hinweise zur Klärung der Tat wird nicht ausbezahlt. Laut Ermittler haben nicht Hinweise aus der Bevölkerung – obwohl diese zahlreich eingegangen waren – zum Fahndungserfolg geführt.

Staatsanwältin Barbara Loppacher informiert über die Polizeiaktion, die zur Festnahme des Täters und dessen Geständnis führte.

Wer ist der Täter?
Der Mann ist 33-jährig und Schweizer. Auf die Frage eines Journalisten, ob er Migrationshintergrund habe, hiess es: Der Mann habe «keinerlei» Migrationshintergrund. Ob er arbeitstätig war ist nicht klar. «Er war als Student gemeldet», so die Behörden. Physisch sei der Mann gesund. Über den psychischen Zustand gab es keine Angaben. Er hatte keine Vorstrafen, war der Polizei nicht bekannt und also «ein unbeschriebenes Blatt».

Hauptmann Marus Gisin von der Kantonspolizei Aargau erklärt den Ablauf der Ermittlungen und erläutert die Identifizierung des Täters.

Was plante der Täter noch?
Nebst der grausamen Tat wurde heute ein weiteres Schreckensszenario bekannt. Offenbar plante der Täter weitere ähnliche Taten. Davon gehen die Ermittler nach der Hausdurchsuchung des 33-Jährigen aus. Dabei wurde ein Rucksack gefunden, der mit entsprechenden Utensilien ausgestattet war. Das Bild wurde an der Pressekonferenz gezeigt: Ein Rucksack, der bei der Hausdurchsuchung beim Täter sichergestellt wurde, sowie eine alte Armeepistole und Fesselutensilien.

Der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann dankte im Anschluss an die Pressekonferenz den Sicherheit- und Ermittlungsbehörden, die ausserordentliche Arbeit geleistet hätten.

Regierungsrat Urs Hofmann zeigt sich beunruhigt über die erschreckenden Erkenntnisse.

* mit Material der Agentur SDA (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.05.2016, 16:26 Uhr

Artikel zum Thema

Fall Rupperswil: Geständiger plante weitere Taten

Fast fünf Monate nach der Tat hat die Polizei den Täter gefasst. An einer Medienkonferenz gaben die Ermittler Details zum Täter und Tathergang bekannt. Mehr...

«Ich rief nach Carla. Es kam keine Antwort»

Beim Vierfachmord von Rupperswil will die Polizei heute über neue Erkenntnisse informieren. Nun äussert sich der Vater von Carla S. zu der Bluttat. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Blogs

Sweet Home Zwischen Blau und Grün

Mamablog Weihnachts-Countdown ohne Stress

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Umstrittene Staatsoberhäupter: Bewohner von Pyongyang verneigen sich zu Ehren des siebten Todestags des nordkoreanischen Dikdators Kim Il Sung vor seiner Statue und deren seines Nachfolgers Kim Jong Il. (17. Dezember 2018)
(Bild: KIM Won Jin) Mehr...