Zürich und Genf demonstrieren für besseren Klimaschutz

Vor der Klimakonferenz in Paris haben Menschen weltweit für den Klimaschutz demonstriert. In der Schweiz formierten sie sich zu einem grossen Herzen.

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Der Uno-Weltklimagipfel (COP21), der am Montag in Paris startet, hat auf den Strassen rund um den Globus bereits begonnen. In rund 150 Ländern demonstrierten die Menschen für einen besseren Klimaschutz und eine raschere Reduktion von Treibhausgasen. Auch in der Schweiz versammelten sich die Umweltschützer zahlreich. In Zürich etwa fanden sich am frühen Nachmittag gegen Tausend Personen auf dem Helvetiaplatz ein, wie ein sda-Korrespondent vor Ort schätzte. Die Stimmung war friedlich. Mehrere NGOs hatten Stände aufgebaut.

«Milliarden für die Banken...und für das Klima?»

In Genf protestierten zwischen 2000 und 3000 Personen. Sie versammelten sich auf dem Place des 22-Cantons. Die oft bunt gekleideten Umweltschützer trugen Transparente mit Botschaften wie «Milliarden für die Banken...und für das Klima?» oder «Erneuerbare Energien sind Instrumente gegen Krieg und Terror».

Die Demonstranten machten sich auch mit Sprechgesängen bemerkbar und kritisierten multinationale Unternehmen, die oft verantwortungslos handelten. Acht Mitglieder der Grünen zogen trotz Winterwetters mit nacktem Oberkörper und in kurzen Hosen durch die Strassen.

Begleitet von Musikgruppen marschierten die Demonstranten auf den Place Neuve und formierten sich dort, wie auch die Demo-Teilnehmer in Zürich, zu einem grossen Herzen, das von einer Drohne aus der Vogelperspektive fotografiert werden sollte. Auch in Bern und St. Gallen sowie am Sonntag in Lugano waren Veranstaltungen geplant.

2300 Veranstaltungen in 150 Staaten

Insgesamt waren am Wochenende 2300 Veranstaltungen in 150 Staaten geplant. Start der Kampagne war in Melbourne mit rund 40'000 Demonstranten. Auf Schildern dort hiess es: «Klimawandel ist nicht cool» oder «Es gibt keinen Planeten B». Unter den Demonstranten waren Gewerkschafter, Umweltschützer und Bewohner von Pazifikinseln, die vom Anstieg des Meeresspiegels infolge des Treibhauseffekts besonders betroffen sind.

In Manila beteiligten sich am Morgen mehr als 2500 Kirchenvertreter, Studenten und Aktivisten an einer Kundgebung, im ganzen Land sollte es Aktionen geben. Die Philippinen sind eines der am meisten von klimabedingten Naturkatastrophen betroffenen Länder.

Schuh-Versammlung in Paris

In Paris selbst verboten die Behörden zwei für morgen sowie für den 12. Dezember geplante Grossdemonstrationen. Zur Begründung hiess, nach den Angriffen mit 130 Toten am 13. November drohten in der französischen Hauptstadt weitere Anschläge.

Stattdessen wollen Aktivisten Massen von Schuhen auf der Place de la République aufstellen - als Symbol für die tausenden Demonstranten, die an ihrem Protestmarsch gehindert werden; darunter ein Paar Schuhe im Namen von Papst Franziskus - beschriftet mit dessen Namen und dem Titel seiner Enzyklika gegen den Klimawandel.

Neues Abkommen aushandeln

Rund 10'000 Delegierte aus 195 Ländern verhandeln ab Sonntagabend in Paris unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen über ein neues weltweites Klimaabkommen zur Verringerung von Treibhausgasen. Das Abkommen soll erstmals auch die Schwellen- und Entwicklungsländer zur Reduzierung ihres Kohlendioxidausstosses verpflichten.

Vom Jahr 2020 an soll es an die Stelle des 1997 ausgehandelten Kyoto-Protokolls treten. Erklärtes Ziel ist es, die globale Erwärmung auf zwei Grad über dem Temperaturdurchschnitt vorindustrieller Zeit zu begrenzen.

Die offizielle Eröffnungszeremonie mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs, darunter US-Präsident Barack Obama, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sowie die Staatschefs Russlands und Chinas, Wladimir Putin und Xi Jinping, findet am Montag statt. (kko/sda)

Erstellt: 28.11.2015, 15:54 Uhr

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