Zum Hauptinhalt springen

Terrorangst bescherte Tessinern einen Stau-Sommer

Während sich Italiens Hoteliers dieses Jahr über Rekordumsätze freuen, litt die Südschweiz unter der Blechlawine.

Bis zu drei Stunden mussten sich die Autofahrer diesen Sommer auf dem Weg in den Süden gedulden: Stau auf der A2 zwischen Erstfeld und Göschenen. (10. Juli 2015)
Bis zu drei Stunden mussten sich die Autofahrer diesen Sommer auf dem Weg in den Süden gedulden: Stau auf der A2 zwischen Erstfeld und Göschenen. (10. Juli 2015)
Urs Flüeler, Keystone

Italiens Hoteliers haben diesen Sommer mindestens 17 Prozent mehr Übernachtungen als im Vorjahr gezählt. «Ich will nicht zynisch sein, aber die Terroranschläge im Rest Europas bringen uns viele, viele Gäste», sagte Bernabo Bocca, Präsident des italienischen Hotelverbands Federalberghi, dem Newsportal «Ilfoglio.it». Die Branche rechnet mit einem Umsatz von 21,5 Milliarden Euro.

Italien profitiere ebenso wie Spanien und Griechenland von der unsicheren Lage in Ländern wie Ägypten, Marokko, Tunesien und der Türkei, vermutet Tourismusforscherin Monika Bandi in einem Interview mit «SRF».

Der Ansturm auf das südliche Ferienland sorgte im Tessin für kilometerlange Staus vor dem Gotthard, aber auch an den Grenzübergängen nach Italien. «Zwischen Juni und August musste man sich überlegen, wie man durch das Nadelöhr Gotthard kommt», sagte Kerstin Hauser, eine deutsche Journalistin, die zwischen Lugano und Mailand pendelt, zu «SRF».

30 Stunden mehr Stau im Juli

Unter anderem der Ferienverkehr aus den Niederlanden und aus Deutschland belastete den Strassentunnel. Der Verkehrsdienst Viasuisse meldete diesen Juli 30 Stau-Stunden mehr als im Vorjahr. Insgesamt standen die Autos 317 Stunden vor dem Tunnel still. Die Staus erreichten dabei eine Länge von bis zu 13 Kilometern, was einer Wartezeit von drei Stunden entspricht.

Profitiert von der Blechlawine haben Tessiner Tankstellenbesitzer. Da in Italien das Benzin teurer ist, tankten viele Touristen noch vor der Grenze voll. Keinen Nutzen hatten dagegen die Tessiner Hoteliers und Gastrobetriebe, vermutet Hauser – übernachtet und gegessen wurde jenseits der Grenze in Italien.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch