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Tessiner Dorf droht 800'000-Kubikmeter-Felssturz

Ein gigantischer Bergsturz droht: Zwischen Bellinzona und Biasca wurde ein Industrie-Gebiet evakuiert. Oberhalb der Gemeinde Preonzo geraten die Felsmassen immer schneller in Bewegung.

Evakuierung jederzeit möglich: Die Industriebetriebe, welche genau unter dem Felssturz liegen, nehmen ihren Betrieb wieder auf. (21. Mai 2012)
Evakuierung jederzeit möglich: Die Industriebetriebe, welche genau unter dem Felssturz liegen, nehmen ihren Betrieb wieder auf. (21. Mai 2012)
Keystone
Der Felsturz von oben gesehen: Der Tag nach demdie Gesteinsmassen in die Tiefe rutschten. (16. Mai 2012)
Der Felsturz von oben gesehen: Der Tag nach demdie Gesteinsmassen in die Tiefe rutschten. (16. Mai 2012)
Keystone
Riesige Felsmasse: Schafe weiden in der Nähe von Preonzo. (15. Mai 2012)
Riesige Felsmasse: Schafe weiden in der Nähe von Preonzo. (15. Mai 2012)
Keystone
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In der Tessiner Gemeinde Preonzo herrscht akute Steinschlaggefahr. Die Felsmassen oberhalb der Industriezone, die seit zehn Jahren für regelmässigen Alarm sorgen, sind verstärkt ins Rutschen geraten. Experten rechnen mit einem stärkeren Erdrutsch in den nächsten Tagen.

Die Industriebetriebe am Fusse des Berges seien bereits am Wochenende evakuiert worden, sagte Roland David, der Chef des Tessiner Forstamtes zur Nachrichtenagentur sda.

Strasse geschlossen

Die Kantonsstrasse bleibe auf dem Abschnitt bis auf weiteres geschlossen. Der Schulunterricht für die Primarschüler sei auf Beschluss der Gemeinde in die Nachbarorte verlegt worden. Zwar bestehen für den Dorfkern und die Schulen gemäss David keine Gefahr.

Doch die Gemeinde wolle auf diese Weise den Pendelverkehr im Ort reduzieren. Zwischen 0,5 und 2 Zentimeter pro Stunde würden sich die Geröllmassen am Berg aktuell bewegen, sagte David. Die Geschwindigkeit habe zugenommen. Sensoren überprüfen laufend die Situation am Hang.

Keine Sprengung geplant

Immer wieder seien kleinere Abgänge zu beobachten. Alles würde auf ein bevorstehendes, grösseres Ereignis hinweisen. Insgesamt seien bis zu rund 800'000 Kubikmeter Fels in Bewegung, erklärte der Forstamt-Chef. Wie viel davon bis ins Tal stürzen könnten, sei schwer zu schätzen.

Bei einem Erdrutsch von bis zu rund 200'000 Kubikmeter blieben die Industriebetriebe voraussichtlich verschont. Es sei nicht geplant, den Bergsturz mit einer Sprengung zu forcieren. Die Tatsache, dass es sich bei den Felsmassen um vorwiegend loses Gestein handele, schaffe zu viele technische Probleme und Gefahren für die Beteiligten.

Zone seit Jahren unter Beobachtung

Seit dem Mai 2002 lebt Preonzo mit der akuten Steinschlag-Gefahr. Damals rutschten 150'000 Kubikmeter Geröll ins Tal, allerdings ohne grössere Schäden zu hinterlassen. Überwacht wird die Zone des so genannten «Valegion» bereits seit den 1990er Jahren.

Anwohner und Experten hoffen inzwischen, dass sich der Felssturz bald ereignet. Dies würde für Erleichterungim Dorf sorgen, sagte der Gemeindepräsident von Preonzo, Fabio Pasinetti, im Tessiner Radio RSI.

SDA/bru

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