Thurgauer Tierhalter soll seine Schafe misshandelt haben

Tierschützer haben Strafanzeige gegen einen Thurgauer Tierhalter eingereicht. Der Mann sieht sich als Opfer in einem Nachbarschaftsstreit.

Der Thurgauer Schafhalter in seinem Stall: Ausschnitte aus dem rund 13-minütigen Video des VgT.

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Der Verein gegen Tierfabriken (VgT) hat am Montag bei der Thurgauer Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen einen Thurgauer Schafhalter eingereicht. Er soll seine Tiere misshandelt haben. Das Veterinäramt und die Staatsanwaltschaft untersuchen nun den Fall gemeinsam.

Auf der Homepage des VgT wurde am Montag ein Video aufgeschaltet, das den Schafzüchter aus Langrickenbach-Herrenhof TG im Stall zeigt. «Das Video stammt vom vergangenen August», sagte Bettina Kunz vom Informationsdienst des Kantons Thurgau auf Anfrage von Keystone-SDA.

Nach Darstellung des VgT soll der Landwirt die Schafe durch den Stall geworfen und sie auch mit Tritten und einem Knüppel misshandelt haben. Die Tierschützer fordern vom Veterinäramt, unverzüglich ein sofortiges Tierhalteverbot zu erlassen und die Tiere zu beschlagnahmen.

«Nimmt mich wunder, wann ich so etwas getan haben sollte»

Der Schafhalter selbst sieht sich als Opfer einer Rufmordkampagne. Er sei auf der Rückreise aus den Ferien und noch nicht im Bild über die Angelegenheit, sagte der Mann zu «20 Minuten». «Das ganze ist Teil eines Nachbarschaftsstreits». Angesprochen auf den Vorwurf der Tierquälerei, sagte er: «Nimmt mich wunder, wann ich so etwas getan haben sollte.» Er werde sich zur gegebenen Zeit dazu äussern.

Der Kanton Thurgau hat am Dienstag mit einer Mitteilung reagiert: Welche Massnahmen sachlich geboten und verhältnismässig seien, werden die anstehenden Untersuchungen zeigen müssen. Diese werden in Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und Veterinäramt geführt.

Bislang keine Beanstandungen

Das Veterinäramt hat die entsprechende Mitteilung als tierschutzrechtliche Anzeige entgegengenommen. «Die eingereichten Unterlagen beim Veterinäramt waren völlig unzureichend», heisst es in der Mitteilung weiter. Der VgT wurde seitens des Amtes aufgefordert, die fehlenden Unterlagen nachzureichen.

Die Tierhaltung des betroffenen Landwirts habe nach bisherigen internen Abklärungen bis dato zu keinerlei tierschutzrechtlichen Beanstandungen geführt.

Das Veterinäramt nahm im Frühjahr 2018 den Neubau des Schafstalls für rund 600 Tiere tierschutzrechtlich ab. Auch diese Abnahme habe zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben.

(mch/sda)

Erstellt: 16.10.2018, 22:01 Uhr

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