Tiere aus dem Kofferraum

11 Hunde und 11 Katzen sollten in der Schweiz ein neues Zuhause bekommen. Jetzt sind sie in einem Tierschutzheim in Vorarlberg – als Opfer von illegalem Tierhandel.

Die Tiere waren in zu kleinen Käfigen und durstig (Symbolbild). Foto: iStock

Die Tiere waren in zu kleinen Käfigen und durstig (Symbolbild). Foto: iStock

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22 junge Haustiere wurden von der Vorarlberger Polizei auf einem Parkplatz in Dornbirn beschlagnahmt. Die 11 Hunde und 11 Katzen stammen den Impfpässen zufolge aus Bulgarien. Sie wurden in zwei Transportern mit serbischen Kennzeichen nach Österreich gefahren, wo sie Schweizer Kunden hätten übergeben werden sollen, wie die Landespolizeidirektion in ihrer Pressemitteilung am Montag schrieb. Dazu kam es dann aber nicht.

Die Behörden gingen zuvor einem Hinweis aus der Bevölkerung nach und überprüften am Sonntag gegen 14.30 Uhr auf dem Parkplatz in der Nähe des Dornbirner Messegeländes mehrere Personen. Es waren Schweizer Staatsangehörige, die offenbar online Hunde und Katzen bestellt hatten und diese dort in Empfang nehmen wollten.

Neben den Tieren habe die Polizei auch eine Adressliste der potenziellen Abnehmer sichergestellt und den Schweizer Behörden übergeben, berichtete ORF Radio Vorarlberg. Die Schweiz müsse nun entscheiden, ob es zu einer Anzeige kommt, so der Sender. Weil es noch nicht sicher ist, ob die Tiere, wie behauptet, aus einem EU-Land kommen, sei auch die Zollfahndung eingeschaltet worden, sagte Amtsveterinär Norbert Greber. Die Hunde seien teilweise zu viert oder fünft in kleinen Käfigen gewesen. Zudem hätten die Tiere starken Durst gehabt. Deshalb könne man davon ausgehen, dass sie schon seit längerer Zeit kein Wasser bekommen hätten.

Organisierte Banden verdienen am Tierhandel

Bei dem geplanten Verkauf der 22 Tiere wurden nach Greber gleich mehrere Gesetze gebrochen. «Ein Kauf aus einem Kofferraum oder aus einem Lieferwagen an einem versteckten Platz: Das ist ganz sicher nicht legal und seriös.» Strassenhandel sei ebenso verboten wie die Verkaufsanbahnung für Tiere im Internet. Ausserdem fehlten die für einen legalen Verkauf notwendigen Papiere. Die beiden 31 und 33 Jahre alten Serben, die die Tiere transportiert hatten, werden angezeigt.

Den Onlinehandel mit Tieren betreiben meist nicht Tierliebhaber, die Hunden und Katzen ein besseres Zuhause bieten wollen, sondern organisierte Banden, angebliche Tierschützer, die mit dem Verkauf von herzigen Welpen und schnusigen Büsi Geld verdienen. Dazu Tierarzt Greber zum Vorarlberger Radio: «Es ist diese bekannte Masche, dass Tierschutzorganisationen bei Leuten in Mitteleuropa auf die Tränendrüse drücken und behaupten, die Tiere stammten aus Tötungsstationen oder sie seien im Tierheim gerade noch vor der Euthanasiespritze gerettet worden.»

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 14.05.2019, 14:36 Uhr

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