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Todesschütze von Florida droht Hinrichtung

Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Florida strebt die Todesstrafe für den 19-jährigen Schützen an, der im Februar an einer Schule 17 Menschen getötet hatte.

Die Staatsanwaltschaft strebt für Nikolas Cruz die Höchststrafe an.
Die Staatsanwaltschaft strebt für Nikolas Cruz die Höchststrafe an.
Mike Stocker/AP, Keystone
Tag zur «Orientierung»: Mehrere Schülerinnern kehren mit Blumen an die High School in Parkland zurück. (25. Februar 2018)
Tag zur «Orientierung»: Mehrere Schülerinnern kehren mit Blumen an die High School in Parkland zurück. (25. Februar 2018)
Joe Raedle/Getty Images, AFP
Hier wird der mutmassliche Todesschütze von der Polizei abgeführt.
Hier wird der mutmassliche Todesschütze von der Polizei abgeführt.
Keystone
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Dem 19-jährigen Angreifer an einer Schule in Florida droht die Hinrichtung. Die Staatsanwaltschaft teilte in einem am Dienstag bei Gericht eingereichten Dokument mit, dass sie die Höchststrafe für Nikolas Cruz anstrebt. Er hatte am Valentinstag an seiner früheren High School mit einem Schnellfeuergewehr 17 Menschen erschossen und 17 weitere verletzt.

Der Staatsanwalt des Verwaltungsbezirks Broward, Michael Satz, will demnach nachweisen, dass es sich bei dem Anschlag um eine «besonders abscheuliche, grauenhafte und grausame» Tat handelte, um die Todesstrafe zu rechtfertigen. Cruz hat das Blutbad gestanden und will nach Angaben seiner Anwälte auch formell vor Gericht auf schuldig plädieren.

Danach wäre zumindest theoretisch noch denkbar, dass Verteidigung und Anklage über einen Erlass der Todesstrafe für Cruz verhandeln. Auch dürfte in dem Verfahren eine zentrale Rolle spielen, ob der 19-Jährige zur Tatzeit zurechnungsfähig war oder nicht.

Prozessbeginn noch nicht festgesetzt

Fragen nach dem mentalen Zustand des Angreifers waren bereits kurz nach dem Massaker an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland aufgekommen. Cruz war polizeibekannt, da sich seine Mutter wegen gewalttätiger Wutanfälle ihres Sohnes wiederholt bei der Polizei gemeldet hatte. Im Januar wurde die Bundespolizei FBI zudem in einem Anruf gewarnt, dass sich Cruz seltsam verhalte und womöglich einen Anschlag plane.

Cruz wurde kurz nach dem Massaker von der Polizei gefasst. In der vergangenen Woche klagte ihn ein Geschworenengericht wegen 17-fachen Mordes und 17-fachen Mordversuchs an. Ein Termin für den Prozessbeginn wurde noch nicht festgesetzt.

Überlebende des Massakers haben eine Kampagne zur Einschränkung des laxen US-Waffenrechts gestartet. Für Mittwoch planen Schüler im ganzen Land, den Unterricht zu verlassen, um unter anderem für ein Verbot des Verkaufs von halbautomatischen Gewehren zu demonstrieren, wie es Cruz und auch andere Angreifer bei grossen Blutbädern benutzt hatten. Für den 24. März ist eine Grossdemonstration für Einschränkungen im Waffenrecht in Washington geplant.

Trump will keine Gesetzesverschärfungen

In Florida haben die Proteste bereits Wirkung gezeigt. Dort setzte Gouverneur Rick Scott am Freitag ein neues Waffengesetz in Kraft, das unter anderem das Mindestalter für Waffenkäufe in dem Bundesstaat von 18 auf 21 Jahre heraufsetzt.

In Washington haben die Proteste bislang hingegen keine konkreten Ergebnisse hervorgebracht. Präsident Donald Trump sprach sich zwar zeitweise für deutliche Gesetzesverschärfungen wie vor allem eine Heraufsetzung des Mindestalters für den Waffenkauf aus, rückte davon aber inzwischen wieder ab.

Seine Regierung legt in einem kürzlich vorgelegten Plan den Schwerpunkt stattdessen auf die Ausbildung von Lehrern und anderen Schulangestellten an der Waffe – ein Vorhaben, das von der mächtigen Waffenlobby NRA unterstützt wird.

AFP/fur

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