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«Traktor der russischen Luftfahrt» verursacht Lawinen-Drama

Auf der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka löste der Start eines Helikopters eine Lawine aus. Zehn Menschen werden unter den Schneemassen begraben. Sie waren auf einer Snowboardtour.

Durch die starke Vibration können sich Schneemassen lockern: Helikopter vom Typ Mi-8. (Archiv)
Durch die starke Vibration können sich Schneemassen lockern: Helikopter vom Typ Mi-8. (Archiv)

Unter den Opfern seien fünf Deutsche und fünf Russen, sagte eine Sprecherin des russischen Zivilschutzministeriums nach Angaben der Agentur Itar- Tass. Die Snowboarder starben, als sie und ihr Helikopter am Samstag auf der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka von einer Lawine erfasst wurden. Sechs Deutsche, ein Belgier sowie ein weiterer Passagier hätten das Unglück überlebt. Zunächst hatte es geheissen, 14 Deutsche seien an Bord gewesen, sieben von ihnen seien ums Leben gekommen.

An Bord waren nach Behördenangaben insgesamt 18 Menschen. Zwei von ihnen wurden in «kritischem Zustand» in ein Spital gebracht. Das von Vulkanen geprägte Naturparadies Kamtschatka gilt bei wohlhabenden Touristen als Tipp für Abenteuerreisen. Um 16.15 Uhr Ortszeit (6.15 MESZ) ging die Lawine plötzlich ab und begrub die Opfer unter einer 10 bis 15 Meter hohen Schneemasse. Zu dem Zeitpunkt seien nur noch die Besatzungsmitglieder an Bord des Helikopters gewesen, hiess es.

Bekanntes Phänomen

Die Maschinen setzen die Skifahrer an abgelegenen Orten aus und heben wieder ab. Das Auslösen einer Lawine durch den Start oder die Landung eines Helikopter ist nicht ungewöhnlich. «Das ist ein bekanntes Phänomen», sagte ein Experte der bayerischen Polizei- Helikopterstaffel der Nachrichtenagentur dpa. Gerade in Russland seien die Helikopter meistens noch ein bisschen grösser und lauter, da sei das sehr gut möglich. In Kamtschatka kommen zumeist Mi-8-Helikopter zum Einsatz. Die «Traktoren der russischen Luftfahrt» gelten als zuverlässig und werden von zwei Piloten gesteuert.

Suchmannschaften entdeckten den Helikopter am Dukum-Pass, etwa 70 Kilometer südwestlich der Stadt Jelisowo. Zuvor war der Funkkontakt abgerissen. Zwei Ärzte-Teams wurden zur Unglücksstelle geflogen. Dort herrschten tiefe Minustemperaturen. Der russische Zivilschutzminister Sergej Schoigu berichtete Präsident Dmitri Medwedew über die Bergung.

Für Abenteuerlustige

Im unwegsamen Kamtschatka gibt es kaum Strassen. So sind Helikopter oft das einzige Verkehrsmittel. Für Ausflüge in die malerische Landschaft mit Gletschern und Geysiren müssen Touristen deshalb tief in die Tasche greifen. Auf der erdbebengefährdeten Halbinsel leben zudem tausende Bären.

SDA/cpm

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