Trump liefert Erklärung für seinen Teint

Ein abenteuerlicher Versuch des US-Präsidenten, seinen auffälligen Teint und die Aufhebung des Glühbirnen-Verbots zu erklären.

Meint er das ernst, oder macht er einen Scherz? Donald Trump begründet seinen eigenwilligen Hautton. Video: The White House via Youtube

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Hat das Rätselraten über den orangen Teint des US-Präsidenten Donald Trump nun ein Ende? Während eines Dinners der Republikanischen Partei in Baltimore hat sich Trump zum ersten Mal selbst zu seiner Hautfarbe geäussert.

Bislang glaubten einige, der orange Teint komme von zu vielen Solarium-Besuchen, andernorts hiess es, er könne von zu viel Selbstbräuner stammen oder gar ein Symptom einer Krankheit sein.

Doch in seiner Rede vor den republikanischen Abgeordneten stellte Trump klar: Es sind die Glühbirnen. So sei das Licht der Lampen, die der Bevölkerung «aufgezwungen» werden, einfach «nicht gut». «Ich sehe immer orange aus. Und Sie auch. Das Licht ist das Schlimmste», so Trump, dessen Erklärung für Gelächter unter den Anwesenden sorgte (siehe Video).

Glühbirnenverbot wieder aufgehoben

Die Tage der Glühbirne waren eigentlich auch in den USA schon gezählt: Bis Anfang 2020 sollten die traditionellen Lampen mit dem Glühfaden strengere Effizienzvorschriften erfüllen – doch dieses Gesetz hat die Trump-Regierung vor wenigen Tagen aufgehoben.

Das Energieministerium erklärte Anfang September, so sei sichergestellt, «dass auch weiterhin das amerikanische Volk die Wahl der Beleuchtung in Haushalten und Unternehmen hat – und nicht die Regierung.»

Trumps Vorgänger Barack Obama hatte noch an seinem letzten Tag im Amt verfügt, dass ab 2020 etwa auch kerzenförmige Glühlampen für Kronleuchter und kugelrunde Glühlampen, die in vielen Badezimmern brennen, unter das Energieeffizienzgesetz fallen.

Glühbirnen, 1878 von Thomas Edison erfunden, nutzen nur rund zehn Prozent des Stroms für Licht – der Rest geht als Wärme verloren. Ihr Verkauf geht in den USA seit 2007 zurück, als unter der Regierung unter George W. Bush ein Energieeffizienzgesetz in Kraft trat, das schrittweise höhere Ziele vorschrieb.

Die meistverkauften Lampen in den USA sind mittlerweile Halogenlampen und Leuchtdioden (LED). Diese sind zwar teurer als Glühlampen, verbrauchen dafür aber deutlich weniger Energie und halten auch länger.


Podcast «USA: Entscheidung 2020»

Hören Sie sich die neuste Folge vom Podcast «Entscheidung 2020» an mit USA-Korrespondent Alan Cassidy und Redaktor Philipp Loser.


Umweltschützer empört

Der Branchenverband National Electrical Manufacturers Association begrüsste die neue Anordnung aus dem Energieministerium. Umweltschutzgruppen nannten die Aufhebung dagegen illegal – das Ministerium dürfe einmal verabschiedete Standards nicht einfach wieder kassieren.

Die Aufhebung des Glühbirnen-Verbots werde zu «höheren Stromrechnungen für Haushalte und Unternehmen führen», dazu zu «mehr gesundheitsgefährdender Umweltverschmutzung wegen des zusätzlichen Stroms, der nun gebraucht wird,» erklärte Noah Horowitz vom Rat zur Verteidigung natürlicher Ressourcen. 37 Stromversorger mit insgesamt 55 Millionen Kunden hätten sich dagegen ausgesprochen, und nur fünf Versorger dafür.

Unterstützung sei zudem von «den paar Leuten gekommen, die gegen jede Regulierung sind», sagte Horowitz weiter. Der Grund sei vielleicht, «dass sie mehr Geld mit Glühbirnen machen, die alle ein, zwei Jahre kaputtgehen, als mit langlebigen energieeffizienten Lampen.»

Schweiz bereits mehrere Schritte weiter

In der Schweiz verschwinden aus Umweltschutzgründen verschiedene Leuchtmittel seit 2009 jeweils ab Anfang September schrittweise vom Markt. Damals machte eine EU-Richtlinie den starken Glühbirnen den Garaus. Später folgten schrittweise bis 2012 die schwächeren. Ab September 2016 traf der Bann die Hochvolt-Halogenlampe, die seit Anfang dieses Monats nicht mehr verkauft werden dürfen. (nag/sda)

Erstellt: 15.09.2019, 11:37 Uhr

Artikel zum Thema

«Ich arbeite mehr als die Präsidenten vor mir»

US-Präsident Donald Trump hat Stellung zur Kritik an seinen Arbeitszeiten genommen. Mehr...

Grosses Lichterlöschen für die Glühbirnen

In zehn Wochen verschwindet ein vertrautes Produkt aus den Läden: die Glühbirne. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Geldblog Warum Sie Ihr 3.-Säule-Geld anlegen sollten

Die Welt in Bildern

Feuerschweif: Eine Spezialeinheit demonstriert am Indian Navy Day in Mumbai ihr Können. (4. Dezember 2019)
(Bild: Francis Mascarenhas) Mehr...