Zum Hauptinhalt springen

Twitter kennzeichnet von Trump geteiltes Video als «manipuliert»

Twitter geht seit kurzem stärker gegen verfälschte Inhalte vor. Erstmals Massnahmen hat es wegen eines Biden-Videos ergriffen.

Opfer der Manipulation? Präsidentschaftskandidat Joe Biden bei einer Wahlkampfrede in Kansas City. Foto: Charlie Riedel, AP/Keystone
Opfer der Manipulation? Präsidentschaftskandidat Joe Biden bei einer Wahlkampfrede in Kansas City. Foto: Charlie Riedel, AP/Keystone

Erstmals seit der Einführung neuer Regeln zu verfälschten Inhalten hat der Kurzbotschaftendienst Twitter einen von US-Präsident Donald Trump geteilten Beitrag als «manipuliert» gekennzeichnet.

Trump hatte über seinen Twitter-Kanal einen irreführenden Videoausschnitt von einer Wahlkampfveranstaltung des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden weiterverbreitet. Am Montag fügte Twitter dem Video die Bezeichnung «manipuliertes Medium» hinzu.

Bei dem Video handelte es sich um einen Ausschnitt aus einer Wahlkampfrede Bidens im US-Bundesstaat Missouri. Biden hatte dort mit Blick auf die innerparteilichen Rivalitäten bei den US-Demokraten gesagt: «Wir können nur Donald Trump wiederwählen, wenn wir uns wirklich dieser Selbstzerstörung hier hingeben».

Der für die Kommunikation in den Online-Diensten zuständige Abteilungsleiter im Weissen Haus, Dan Scavino, veröffentlichte später bei Twitter einen Video-Ausschnitt, in dem Biden lediglich zu sagen schien: «Wir können nur Donald Trump wiederwählen.» Trump teilte Scavinos Beitrag.

Scavino reagierte mit einem Dementi auf die Twitter-Kennzeichnung. Das Video sei nicht manipuliert, schrieb er.

Scavinos Tweet wurde inzwischen mehr als sechs Millionen mal aufgerufen. Allerdings ist der Hinweis auf die Manipulation nicht für alle Nutzer sichtbar, sondern nur in der persönlichen Liste derjenigen, die dem Autor folgen. Wenn Nutzer nach dem Tweet suchen oder auf den Tweet klicken, fehlt der Hinweis, wie Twitter zugab. Das Unternehmen arbeite daran, diesen Fehler zu beheben, sagte ein Sprecher.

Twitter geht seit vergangener Woche stärker gegen sogenannte Deepfakes und andere manipulierte Inhalte vor. Die neuen Vorgaben sehen die Entfernung oder Kennzeichnung von problematischen Videos während des US-Präsidentschaftswahlkampfs vor. Die Entscheidung, ob ein Beitrag lediglich gekennzeichnet oder gelöscht wird, hängt nach Angaben des Unternehmens von der Wahrscheinlichkeit und der Schwere des möglichen Schadens durch die Verbreitung ab.

sda/reuters/sho

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch