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U-Boot findet gigantischen Silberschatz

Im Atlantik ist ein im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen versenktes britisches Frachtschiff mit mehr als 240 Tonnen Silberbarren an Bord lokalisiert worden. Das Beutegut wird auf 150 Millionen Euro geschätzt.

Vom U-Boot gefilmt: Die SS Gairsoppa, die mitsamt einem Silberschatz gesunken ist.

Kommerzielle US-Schatzsucher haben im Atlantik ein im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen versenktes britisches Frachtschiff mit 220 Tonnen Silber an Bord geortet. Die auf 150 Millionen Euro geschätzte Ladung der SS «Gairsoppa» sei der grösste jemals unter Wasser gefundene Schatz, erklärte das Unternehmen Odyssey Marine Exploration. Die Bergung der kostbaren Fracht könnte demnach bereits im kommenden Frühjahr beginnen.

Nach Angaben von Odyssey liegt das Wrack der 1941 von einem deutschen U-Boot versenkten Gairsoppa in 4700 Metern Tiefe 490 Kilometer vor der irischen Küste. Demnach konnte es relativ schnell mit Hilfe eines U-Boots lokalisiert werden, das vom Mutterschiff der Firma, der Odyssey Explorer, gesteuert worden war. Auf Videomaterial von dem U-Boot sind eine Leiter zur Brücke, ein Kompass und auch das Loch zu sehen, das der Torpedo in den Rumpf gerissen hatte.

Wrack leicht zugänglich

«Angesichts der Lage und des Zustands des Schiffswracks sind wir extrem zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, das Silber zu bergen,» erklärte Odyssey-Projektmanager Andrew Craig. Nach Angaben von Vorstandschef Greg Stemm ist der Laderaum des aufrecht auf dem Meeresboden liegenden Wracks leicht zugänglich - wahrscheinlich lasse sich das Silber einfach durch die Ladeklappen herausholen.

Die 125 Meter lange Gairsoppa befand sich im Februar 1941 mit einer Ladung Silber, Roheisen und Tee auf der Rückfahrt von Indien nach Grossbritannien, als sie in einen Sturm geriet. Da ihr die Kohle auszugehen drohte, trennte sie sich von ihrem Konvoi und nahm Kurs auf den irischen Hafen Galway. Auf dem Weg dorthin traf ein deutsches U-Boot-Torpedo das Handelsschiff, nur einer der 85 Besatzungsmitglieder überlebte seinen Untergang.

80 Prozent des Silberschatzes

Nach einem langwierigen Streit erhielt Odyssey im vergangenen Jahr von der britischen Regierung die Genehmigung zur Bergung des Wracks. Das Abkommen sieht vor, dass das Unternehmen 80 Prozent des Silberschatzes behalten darf, der Rest geht an die britischen Behörden. Die im US-Bundesstaat Florida beheimatete Firma ist eines der weltweit führenden Unternehmen bei der Suche nach Schiffswracks.

Vergangenen Mittwoch hatte ein US-Berufungsgericht entscheiden, dass Odyssey einen riesigen, aus dem Wrack eines spanischen Kriegsschiffs geborgenen Goldschatz an Spanien übergeben muss. Odyssey hatte den Schatz 2007 entdeckt und nach Florida gebracht, ohne Spanien zu informieren. Es behauptete, das Wrack der 1804 vor Portugal versenkten «Nuestra Señora de las Mercedes» habe sich in internationalen Gewässern befunden.

Nach Schätzungen der UN-Kulturorganisation Unesco gibt es rund drei Millionen Schiffswracks auf dem Boden der Weltmeere. Darin werden riesige Mengen Kupfer, Silber, Gold und Zink im Wert von mehreren Milliarden Euro vermutet. «Der Grossteil des Bodens der Ozeane der Welt ist noch nicht erforscht», sagte Odyssey-Verwaltungsratschef Mark Gordon. «Wir wissen mehr über die Oberfläche des Monds als über die Tiefen des Ozeans.»

(sda/dapd)

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