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Überfall auf Geldtransport führt zu RAF-Terroristen

Nach Jahrzehnten im Untergrund haben drei gesuchte Linksterroristen frische Spuren in Deutschland hinterlassen. Aktenzeichen XY ruft zur Mithilfe auf.

Die Polizei verfolgt eine neue Spur, die zu den drei früheren RAF-Terroristen Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette (v. l. n. r.) führen soll. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass Fingerabdrücke sichergestellt und Haftbefehle ausgestellt wurden.
Die Polizei verfolgt eine neue Spur, die zu den drei früheren RAF-Terroristen Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette (v. l. n. r.) führen soll. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass Fingerabdrücke sichergestellt und Haftbefehle ausgestellt wurden.
Bundeskriminalamt
Der NDR hat in der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY» den Überfall auf den Geldtransporter nachgestellt: Drei vermummte Personen mit Maschinenpistolen stoppen einen Geldtransporter. Die Täter flüchten schliesslich ohne Beute.
Der NDR hat in der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY» den Überfall auf den Geldtransporter nachgestellt: Drei vermummte Personen mit Maschinenpistolen stoppen einen Geldtransporter. Die Täter flüchten schliesslich ohne Beute.
NDR
Auch damals seien ihre DNA-Spuren gefunden worden.
Auch damals seien ihre DNA-Spuren gefunden worden.
NDR
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Im Juni 2015 blockierten drei Maskierte auf einem Supermarkt-Parkplatz in Stuhr bei Bremen einen Geldtransporter mit einem VW-Bulli und schossen mit Maschinengewehren auf das gepanzerte Fahrzeug. Fahrer und Beifahrer blieben unverletzt, die drei Täter flüchteten ohne Beute.

Nach dem missglückten Raub wurden die genetischen Fingerabdrücke von Daniela Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg gefunden – drei frühere Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF). Diese Informationen des NDR bestätigte die Staatsanwaltschaft Verden. DNA-Spuren in einem Wagen, der am Tatort zurückgelassen wurde, und in einem später entdeckten Fluchtwagen brachten die Ermittler auf die Spur der drei mutmasslichen RAF-Mitglieder.

Gegen die drei Beschuldigten seien Haftbefehle wegen des Verdachts des versuchten Mordes und des versuchten schweren Raubes erlassen worden. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund bei dem Überfall gebe es aber nicht, erklärte die Staatsanwaltschaft. Es sei davon auszugehen, «dass die Tat allein der Finanzierung des Lebens im Untergrund dienen sollte».

An Sprengstoffanschlag beteiligt

Eine Sonderkommission suchte mit Phantombildern nach Hinweisen, zudem wurde von privater Seite eine Belohnung ausgesetzt. Laut Staatsanwaltschaft Verden sollen Staub, Garweg und Klette im Dezember auch an einem Überfall auf einen Geldtransporter in Wolfsburg beteiligt gewesen sein.

Dem NDR-Bericht zufolge wurden Spuren der drei gesuchten RAF-Mitglieder auch nach einem Überfall 1999 in Duisburg auf einen Geldtransporter entdeckt, der nach ähnlichem Muster verlief.

Alle drei sollen ausserdem 1993 an dem spektakulären Sprengstoffanschlag auf die Justizvollzugsanstalt in Weiterstadt (Hessen) beteiligt gewesen sein. Auch damals seien ihre DNA-Spuren gefunden worden. Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit Anfang der 90er Jahre gegen den 61-jährigen Staub, den 47-jährigen Garweg und die 57 Jahre alte Daniela Klette wegen Mitgliedschaft in der RAF.

Inbegriff von Terror und Mord

Mehr als zwei Jahrzehnte lang war die RAF der Inbegriff von Terror und Mord in Deutschland. 1998 erklärte sie sich für aufgelöst. Ihrem «bewaffneten Kampf» gegen das «imperialistische System» fielen Dutzende zum Opfer, darunter hohe Repräsentanten von Wirtschaft und Politik. Einige Mitglieder sind bis heute verschwunden und stehen auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts (BKA).

Vorläufer der RAF war die nach dem Kaufhaus-Brandstifter Andreas Baader und der Journalistin Ulrike Meinhof benannte Baader-Meinhof-Gruppe. Nach der Studentenrevolte der 1960er Jahre konzentrierte diese «erste Generation» ihre Gewalttaten bis 1972 vor allem auf US-Einrichtungen. Als der «harte Kern» hinter Gittern sass, setzte die «zweite Generation» die Terrorserie fort.

Danach formierte sich eine «dritte Generation» der RAF mit einer namentlich kaum bekannten «Kommando-Ebene». Auf ihr Konto sollen mehrere Morde gehen - etwa an dem MTU-Vorstandschef Ernst Zimmermann (1985), dem Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts (1986), dem Bonner Spitzendiplomaten Gerold von Braunmühl (1986), Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991). Bis heute wissen die Ermittler nicht, wer die Täter waren.

SDA/rub/ij

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