Überlebende von Schulmassaker und Vater von Opfer begehen Suizid

Innerhalb einer Woche haben sich in den USA drei Menschen das Leben genommen. Sie alle hatten mit den Folgen von Amokläufen zu kämpfen.

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Eine junge Person, die das Massaker vom 14. Februar 2018 an der Parkland-Highschool in Florida überlebt hat, ist am Samstag durch Suizid gestorben. Die Polizei gab weder Namen noch Alter oder Geschlecht bekannt. Laut «New York Times» handle es sich dabei um einen 16-jährigen Jungen. Die Person ist damit die zweite Parkland-Überlebende, die innert einer Woche durch einen Suizid starb.

Nur wenige Tage zuvor hatte sich ihre Klassenkollegin, die 19-jährige Sydney Aiello, das Leben genommen. Die Schulbehörde in Parkland hat ihre Suizidprävention intensiviert und psychologische Berater an die Schule gerufen, um anderen Jugendlichen beizustehen. Die Schülerin litt laut ihrer Mutter an einer posttraumatischen Belastungsstörung und am Überlebensschuld-Syndrom. Bei dem Blutbad war eine ihrer besten Freundinnen gestorben.

Beim Schulmassaker von Parkland wurden 14 Schüler und drei Erwachsene erschossen. Kurz danach wurde der Täter festgenommen; am nächsten Tag gestand der 19-Jährige die Tat.

Stilles Gedenken zum Jahrestag des Parkland-Massakers

Die beiden Suizide ereigneten sich knapp ein Jahr nach dem Massaker. Am 14. Februar dieses Jahres hatte die Stadt im US-Bundesstaat Florida ein stilles Gedenken an die Opfer abgehalten. An der Schule, wo der Einzeltäter am Valentinstag um sich geschossen hatte, war am Donnerstag der reguläre Unterricht ausgefallen. Stattdessen konnten die Schüler an Sozialprojekten arbeiten sowie sich psychologisch beraten lassen und mit Therapiehunden zusammenkommen.

Die Parkland-Überlebenden hatten bereits kurz nach dem Blutbad eine landesweite Schülerbewegung für schärfere Regulierungen des Waffenbesitzes in Gang gesetzt. Einen Monat nach dem Massaker demonstrierten Hunderttausende Menschen in Washington.

David Hogg, ein Überlebender des Parkland-Massakers und Aktivist, twitterte am Sonntag: «Wie viele Kinder müssen uns als Folge des Selbstmordes genommen werden, damit die Regierung/die Schule etwas unternimmt? Rest in peace 17 + 2»

Konkret konnte die Bewegung unter anderem Verschärfungen der Waffengesetze in Florida sowie in anderen Bundesstaaten erreichen. Auf landesweiter Ebene tat sich bislang aber wenig im Waffenrecht. Als einzige konkrete Massnahme erliess die Regierung von Präsident Donald Trump im Dezember ein Verbot von sogenannten Bump Stocks. Dabei handelt es sich um Aufsätze, mit denen sich halbautomatische Waffen de facto zu Maschinengewehren umfunktionieren lassen.

Tod eines Vaters von Erstklässlerin

Einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit einem Schulmassaker vermeldete die Polizei in Connecticut. Der 49-jährige Jeremy Richman, der Vater eines der 20 Kinder, die im Dezember 2012 beim Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown erschossen worden waren, wurde am Montag tot in seinem Büro aufgefunden. Die Polizei geht von Suizid aus. Die Todesursache ist aber offenbar noch nicht ganz geklärt.

Richman hatte bei dem Massaker seine 6-jährige Tochter Avielle verloren. Der Täter nahm sich anschliessend das Leben. Richman, der als Hirnforscher tätig gewesen war, kündigte darauf seinen Job bei einem Pharma-Unternehmen und gründete mit seiner Frau die «Avielle Foundation», eine Stiftung, die sich den medizinischen Ursachen von Gewalttätigkeit widmet. Richman und seine Frau traten zudem landesweit für härtere Waffenkontrollen und eine bessere Versorgung psychisch labiler Menschen ein. (TA/Mit Material der SDA)

Erstellt: 26.03.2019, 15:10 Uhr

Erste Hilfe

Wohin man sich wenden kann

Dargebotene Hand, Telefon 143 (143.ch)
Angebot von Pro Juventute, Telefon 147 (147.ch)
Kirchen, (Seelsorge.net)

Anlaufstellen für Suizid-Betroffene
Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (nebelmeer.net)
Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (verein-refugium.ch)
Verein Regenbogen Schweiz (verein-regenbogen.ch)

Kriseninterventionszentrum Zürich, Telefon 044 296 73 10
Kriseninterventionszentrum Winterthur, Telefon 052 224 37 00

Notfallpsychiatrische Dienste in Zürich:
Universitätsspital Zürich, Telefon 044 255 11 11
Stadt Zürich Ärztefon, 044 421 21 21
Jugendberatung Stadt Zürich, Telefon 044 316 60 60

SMS-Seelsorge: SMS an 767

www.tschau.ch
www.feel-ok.ch

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