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Überlingen: Zehn Jahre nach der Katastrophe

Zum zehnten Mal jährt sich die Flugzeugkatastrophe von Überlingen. Zur Gedenkfeier reisen über 100 Angehörige aus Russland an – unter ihnen auch der Fluglotsenmörder Vitali Kalojew.

Zehn Jahre nach der Katastrophe: Mahnmal am Absturtzort. (22. Juni 2012)
Zehn Jahre nach der Katastrophe: Mahnmal am Absturtzort. (22. Juni 2012)
Keystone

Zehn Jahre nach dem Flugzeugunglück von Überlingen sind Angehörige der Opfer aus Russland zur Gedenkfeier am Bodensee aufgebrochen. Eine Sondermaschine mit 110 Hinterbliebenen startete heute in der Uralstadt Ufa, wie die Flughafenleitung gemäss der Agentur Interfax mitteilte. Das Flugzeug sollte am Morgen in Friedrichshafen landen.

Am 1. Juli jährt sich das Flugzeugunglück von Überlingen am Bodensee zum zehnten Mal. Eine Tupolew-Passagiermaschine und eine Fracht-Boeing prallten damals zusammen. Alle 71 Insassen kamen ums Leben, unter ihnen 52 Schulkinder aus der russischen Teilrepublik Baschkirien, die ihre Ferien in Spanien verbringen wollten.

Regierungsvertreter an Bord

Mit an Bord des Sonderflugzeugs aus Ufa waren Psychologen, ein Arzt, Religionsvertreter sowie Mitglieder der baschkirischen Regierung, um den Trauernden beizustehen. Der baschkirische Vize-Regierungschef Fidus Jamaldinow dankte den Deutschen für ihre Anteilnahme. «Sie pflegen das Andenken an unsere Kinder, kümmern sich um das Denkmal und den von den Eltern angelegten Garten», sagte er. Auch auf dem Südfriedhof von Ufa gebe es an den Kindergräbern eine Trauerfeier.

An der deutschen Gedenkfeier nimmt auch der als «Fluglotsenmörder» bekanntgewordene Hinterbliebene Vitali Kalojew teil. Der 56-Jährige aus der russischen Teilrepublik Nordossetien, der damals seine beiden Kinder und seine Frau verloren hatte, war gestern mehr als sechs Stunden lang am Münchner Flughafen festgehalten worden.

Nach Prüfung seines Visums durfte er überraschend weiterreisen. Kalojew hatte zwei Jahre nach dem Unglück in Zürich den dienstleitenden Fluglotsen Peter Nielsen erstochen und eine Gefängnisstrafe dafür verbüsst.

SDA/ami

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