Eiche erschlägt auf Madeira 13 Gläubige

Ein umstürzender Baum sorgt auf der Ferieninsel Madeira für eine Tragödie mit Toten und Verletzten. Unter den Opfern sollen sich keine Schweizer befinden.

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Bei einem katholischen Volksfest auf der portugiesischen Insel Madeira erschlug eine Eiche 13 Besucher. Etwa 50 wurden verletzt, als der Baum am Dienstag plötzlich samt Wurzelwerk aus der Erde kam und auf die umstehenden Menschen fiel.

Das teilte die Regionalregierung am Abend in der Hauptstadt Funchal mit. Unter den Verletzten waren auch fünf Ausländer, darunter Deutsche, Ungarn und Franzosen. Von Schweizer Opfern hatte das Aussendepartement (EDA) in Bern zur selben Zeit keine Kenntnis, wie ein Sprecher der Nachrichtenagentur sda gegenüber sagte. Die beliebte «Festa da Senhora do Monte» (Fest der Herrin von Monte) lockt traditionell auch viele Ausländer auf die Blumeninsel im Atlantik.

Zehn Personen sofort tot

Zehn Menschen waren den Angaben zufolge auf der Stelle tot, drei starben später im Krankenhaus. Von den Verletzten seien sieben in kritischem Zustand, zitierte die Zeitung «Público» den Regionalsekretär für Gesundheit, Pedro Ramos. Über die genaue Zahl der Opfer hatte es lange unterschiedliche Angaben gegeben, der Zivilschutz hatte zunächst von zwei Toten gesprochen.

Die Eiche hat zwölf Gläubige erschlagen. (Video: Tamedia/AFP)

200 Jahre alter Baum

Bei dem Baum handelte es sich Medienberichten zufolge um eine 200 Jahre alte Eiche, die schon seit drei Jahren als gefährlich und umsturzgefährdet eingestuft worden war. Bürgermeister Paulo Cafôfo widersprach dem und betonte, die Krone der Eiche sei grün und gesund gewesen, deshalb sei der Baum auch nicht mit Kabeln gesichert worden. Die Eiche kippte offenbar ohne Vorwarnung um und traf Dutzende Gläubige, die in der Nähe an einem Verkaufsstand Kerzen erwerben wollten. Auf einem im Internet verbreiteten Video ist der Moment zu sehen, in dem der Baum auf den Boden kracht. Geschockte Augenzeugen liefen in Panik in alle Richtungen.

Die Staatsanwaltschaft kündigte an, Ermittlungen aufnehmen zu wollen. Der Präsident der Regionalregierung, Miguel Albuquerque, war zuvor noch vage geblieben und hatte vor Medienvertretern erklärt, es werde möglicherweise eine Untersuchung eingeleitet, um dem tragischen Vorfall auf den Grund zu gehen. «Aber im Moment ist es unsere Priorität, die Familien der Opfer und der Verletzten zu unterstützen.» Zahlreiche Helfer waren im Einsatz, darunter ein Team von Ärzten, mehrere Krankenwagen und die Feuerwehr.

Staatspräsident reist an

Der portugiesische Premierminister António Costa zeigte sich bestürzt und drückte den Angehörigen der Opfer im Kurznachrichtendienst Twitter sein Beileid aus. Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa traf am Abend auf Madeira ein, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Er erklärte: «In diesem Moment des Schmerzes ist es wichtig, Solidarität zu zeigen und die zu trösten, die leiden.» Das Fest wurde nach dem tragischen Vorfall sofort abgebrochen. Die Regierung von Madeira rief eine dreitägige Trauer aus.

Das religiöse Volksfest «da Senhora do Monte» ist das grösste und berühmteste auf der Insel. Es wird zu Ehren der Jungfrau von Monte, der Schutzheiligen der Hauptstadt Funchal, immer am 14. und 15. August abgehalten. Die Strassen und die Wallfahrtskirche in den Bergen oberhalb von Funchal werden dabei aufwendig mit Blumen geschmückt, es gibt Musik, Essen, Trinken sowie eine Prozession Tausender Pilger.

(fal/sda)

Erstellt: 15.08.2017, 22:20 Uhr

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