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Streit um «Hitler-Glocke» ist beendet

Der Gemeinderat des rheinland-pfälzischen Herxheim am Berg hat entschieden, dass die über 80 Jahre alte Glocke in der protestantischen Jakobskirche nicht entfernt wird.

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Die umstrittene Bronzeglocke mit Hakenkreuz und dem Spruch «Alles fuer's Vaterland – Adolf Hitler».
Die umstrittene Bronzeglocke mit Hakenkreuz und dem Spruch «Alles fuer's Vaterland – Adolf Hitler».
Uwe Anspach, Keystone
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«Alles fuer's Vaterland – Adolf Hitler» steht auf der umstrittenen Glocke im idyllischen Herxheim am Berg in Rheinland-Pfalz, auf der auch ein Hakenkreuz dargestellt ist. Nun hat der Gemeinderat – unter der Beobachtung eines riesigen Medienaufgebots – beschlossen, die Glocke aus der Zeit des Nationalsozialismus nicht entfernen zu lassen.

Mit zehn zu drei Stimmen entschied das Gremium, dass die sogenannte Hitler-Glocke als «Anstoss zur Versöhnung und Mahnmal gegen Gewalt und Unrecht» erhalten bleiben soll. Der parteilose Bürgermeister Georg Welker, ein evangelischer Pfarrer im Ruhestand, wollte die Glocke auch wieder läuten lassen. Auch das hat der Gemeinderat beschlossen.

«Aufgeklärten Erinnerungskultur»

Die Glocke gehört der Gemeinde und hängt seit 1934 im Turm der protestantischen Jakobskirche. Nachdem sie im vergangenen Jahr landesweit für Aufsehen gesorgt hatte, wurde sie Anfang September abgeschaltet.

Bürgermeister Welker unterbreitete im Gemeinderat ein Gutachten, dass zum Schluss kam, die Glocke als Denkmal einzustufen und dass sie entweder in ein Museum gebracht oder im Kirchturm bleiben soll. Eine Entsorgung der Glocke sei «eine Flucht vor einer angemessenen und aufgeklärten Erinnerungskultur», steht in der Expertise.

Die Mehrheit im Gemeinderat hat nun entschieden, die Glocke hängen zu lassen, sie wieder in Betrieb zu nehmen und an der Kirche eine Gedenktafel anzubringen, die auf ihre Geschichte hinweist. Die Evangelische Kirche hatte zuvor angeboten, die Kosten für die Demontage der alten und die Anschaffung einer neuen Glocke zu übernehmen.

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