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Universität Austin erlaubt Waffen auf dem Campus

Universitäten in Texas dürfen Waffen auf ihrem Gelände nicht verbieten. Das erste College setzt diese Regelung nun widerwillig um.

Umsonst protestiert: Demonstranten wehrten sich gegen das Tragen von Waffen an Universitäten. (1.10.2015)
Umsonst protestiert: Demonstranten wehrten sich gegen das Tragen von Waffen an Universitäten. (1.10.2015)
AP/Ralph Barrera

An der Universität von Texas in Austin können Studenten ab sofort bewaffnet in die Hörsäle kommen. Rund sechs Monate nach der Aufhebung eines entsprechenden Verbots teilte Universitätspräsident Gregory Fenves mit, dass er die Neuregelung widerwillig in Kraft setze. «Ich glaube nicht, dass Waffen auf einen Campus gehören», erklärte Fenves.

Der US-Südstaat Texas hat ein Image, bei dem die Ehrbegriffe von Cowboys und Selbsthilfe eine grosse Rolle spielen. Im August beschloss das Parlament des Bundesstaates eine Neuregelung, nach der Waffen auf dem Gelände staatlicher Hochschulen nicht länger verboten werden dürfen. Die Universität von Texas in Austin ist mit ihren 51.000 Studenten eine der grössten öffentlichen Institutionen der USA.

Wissenschaftler drohen, die Universität zu verlassen

Präsident Fenves ging spürbar auf Distanz zur Entscheidung des Parlaments. Die Aufhebung des Waffenverbots sei für ihn die «grösste Herausforderung meiner Präsidentschaft», erklärte Fenves. «Ich fühle mit den vielen Wissenschaftlern, Angestellten, Studenten und Eltern, die Petitionen, E-Mails sowie Briefe geschrieben und sich für ein Verbot von Waffen auf dem Campus organisiert haben.»

Einige Wissenschaftler drohten, die Universität zu verlassen, wenn das Verbot des Waffentragens aufgehoben sei. Fenves verwies darauf, dass private Hochschulen wie die Baylor-Universität, die Methodisten-Universität und die Rice-Universität von ihrem Recht Gebrauch gemacht hätten, an dem Waffenverbot festzuhalten. «Das Vorhandensein von Schusswaffen an einer Einrichtung der höheren Bildung widerspricht unserem Auftrag für Bildung und Forschung», erklärte Fenves. Dieser beruhe auf «Recherche, freier Rede und Debatte».

Die Hochschule in Austin war 1966 Schauplatz einer Schiesserei auf dem Hochschulgelände. Der frühere Soldat Charles Whitman tötete dort von der Aussichtsplattform auf dem Glockenturm herab 14 Menschen und verletzte etwa 30 weitere.

AFP/ofi

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