UNO: Heisseste Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Von einem «klaren Zeichen für den anhaltenden langfristigen Klimawandel» spricht die Weltorganisation für Meteorologie in einer Analyse.

Der beinahe ausgetrocknete Lac de Brenets im Kanton Neuenburg im Herbst 2018: Der Hitzesommer hat in ganz Europa seine Spuren hinterlassen. Keystone/Anthony Anex

Der beinahe ausgetrocknete Lac de Brenets im Kanton Neuenburg im Herbst 2018: Der Hitzesommer hat in ganz Europa seine Spuren hinterlassen. Keystone/Anthony Anex

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Die letzten vier Jahre waren nach UNO-Angaben die heissesten seit Beginn weltweiter Wetteraufzeichnungen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse bestätigte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ihren vorläufigen Bericht vom November und sprach von einem «klaren Zeichen für den anhaltenden langfristigen Klimawandel». Demnach war 2018 das viertwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen mit einer Durchschnittstemperatur von einem Grad Celsius über dem Schnitt des vorindustriellen Zeitalters (1850 bis 1900).

Die 20 heissesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurden allesamt in den vergangenen 22 Jahren gemessen, bekräftigte die WMO. «Der langfristige Temperaturtrend ist viel wichtiger als die Rangliste individueller Jahre, und dieser Trend zeigt nach oben», sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. «Das Ausmass der Erwärmung während der vergangenen vier Jahre war ausserordentlich, sowohl an Land, als auch im Ozean.»

Dies zeigt sich auch in der Visualisierung der Temperatur-Anomalien. Überdurchschnittlich hohe Temperaturen haben in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen.

Die farbkodierte Karte zeigt globale Temperaturanomalien im Verlauf der Zeit zwischen 1880 und 2018. Temperaturen über der Norm werden in Rot angezeigt, solche unter der Norm in Blau. Das letzte Bild zeigt die durchschnittlichen Temperaturen über die letzten 5 Jahre, von 2014 bis 2018. Quelle: Nasa's Scientific Visualization Studio

Vor allem auch die Arktis erwärmt sich weiter, was im vergangenen Jahr die Meereis-Schicht sowie die Gletscher auf Grönland weiter schmelzen liess. In Sibirien beginnen die Permafrost-Böden aufzutauen und drohen durch die dabei entweichenden Treibhausgase die die Temperaturen weiter in die Höhe zu treiben.

Die CO2-Konzentration hat auch 2018 wieder zugenommen und zeigt bisher keinerlei Anzeichen einer Reduktion.

Die WMO erklärte, die erhöhten Temperaturen trügen zu extremen Wetterereignissen wie Hurrikanen, Dürren und Überschwemmungen bei. «Die Extremwetterereignisse entsprechen dem, was wir von einem sich verändernden Klima erwarten. Das ist die Realität, der wir uns stellen müssen», sagte Taalas. 2019 verspreche ähnlich warm wie 2018 zu werden, teilte die UNO-Sonderorganisation mit Verweis auf Rekordtemperaturen in Australien im Januar mit.

(sda)

Erstellt: 07.02.2019, 05:12 Uhr

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