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Unsicherheit im Basislager

Die Sherpas im Basislager am Mount Everst sind sich uneins, ob man nach dem Ende der Trauerzeit weiter aufsteigen solle. Mehrere Bergsteiger starteten Hilfs-Initiativen.

Bergführer Kari Kobler beim Aufstieg auf der Nordseite des Mount Everest. (Expedition 2013)
Bergführer Kari Kobler beim Aufstieg auf der Nordseite des Mount Everest. (Expedition 2013)
Kobler & Partner
Solche Bilder könnten in diesem Jahr möglicherweise nicht entstehen: Eine Gruppe von Bergsteigern im sogenannten Hillary Step auf der nepalesischen Seite kurz vor dem Gipfel des Mount Everest.
Solche Bilder könnten in diesem Jahr möglicherweise nicht entstehen: Eine Gruppe von Bergsteigern im sogenannten Hillary Step auf der nepalesischen Seite kurz vor dem Gipfel des Mount Everest.
Adrian Ballinger von Alpenglow Expeditions
Zelt der Gruppe um Kari Kobler vor dem Hintergrund der Nordseite des Mount Everest. (Expedition 2013)
Zelt der Gruppe um Kari Kobler vor dem Hintergrund der Nordseite des Mount Everest. (Expedition 2013)
Kobler & Partner
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Nepals Regierung hat nach dem schweren Lawinenunglück am Mount Everest und einem Streik zahlreicher Sherpas die diesjährigen Gipfelgenehmigungen verlängert. Wer sich nun vom Everest zurückziehe, könne innerhalb von fünf Jahren wiederkommen, ohne noch einmal zahlen zu müssen, sagte Dipendra Paudel vom Tourismusministerium.

Der Minister Bhim Acharya war ins Basislager am höchsten Berg der Welt geflogen, um die Sherpas zum Weiterarbeiten zu bewegen - anscheinend ohne Erfolg. Mehrere Bergsteiger starteten Hilfs-Initiativen für Angehörige der Opfer des Unglücks.

15 der 30 diesjährigen Expeditionen entschlossen sich nach offiziellen Angaben zur Umkehr. Die Sherpas im Lager sind uneins darüber, ob sie nach dem Ende der einwöchigen Trauerzeit am Samstag weiter aufsteigen sollen.

«Die Meinungen gehen gerade auseinander. Wir sind tief betrübt über den Verlust unserer Brüder. Aber ich finde, wir sollten diejenigen nicht stoppen, die weitergehen möchten», sagte Bergführer Jangbu Sherpa. Viele der Sherpas wollen in diesem Jahr keine Touren auf den Mount Everest mehr machen.

Bei dem Lawinenunglück am Karfreitag waren 13 Nepalesen getötet worden, drei weitere sind noch unter Schnee und Eis begraben.

Druck auf die Sherpas

Der kanadische Bergsteiger Tim Rippel berichtete aus dem Basislager, es sei empörend, wie Expeditionen Druck auf die Sherpas ausübten. «So klettern wir nicht auf die Berge!!», schrieb er in seinem Blog. Wut baue sich auf, und manche Sherpas sprächen schon von Vergeltungsmassnahmen gegen diejenigen, die weitermachen wollen.

Deswegen gehe er jetzt nach Hause, und seine Organisation Peak Freaks überlege sich, ob sie überhaupt noch einmal zum Everest zurückkehre. Gruppen-Expeditionen müssen für eine Gipfelgenehmigung mehrere zehntausend Dollar zahlen.

Eines der ärmsten Länder

Mehrere Bergsteiger, die gerade im Basislager am Everest sind, haben bereits Initiativen für eine Hilfe gestartet oder zu Spenden aufgerufen. Unter ihnen ist der US-Amerikaner Ed Marzec, der seinen persönlichen Bergführer Asa Bahadur Gurung in der Lawine verlor.

Er spendete 10'000 US-Dollar (etwa 8800 Franken) und richtete den Sherpa Avalanche Fund für die Familien der 16 Toten ein. «Die 400 Dollar, die die Regierung als Entschädigung zahlt, sind eine Beleidigung», sagte Marzec der Nachrichtenagentur dpa.

Bergsteiger-Legende Reinhold Messner kann verstehen, dass die Sherpas nun nicht aufsteigen wollen. «Ich finde diese Entscheidung sehr mutig und hoffe, dass die Sherpas das durchhalten», sagte er der «Stuttgarter Zeitung». Die jetzige Form des Everest-Tourismus sei ohnehin Selbstbetrug, meint Messner, der als erster ohne künstlichen Sauerstoff auf dem Gipfel stand.

«Die Leute geben viel Geld aus und glauben, sie haben den Everest bestiegen. In Wirklichkeit haben sie den Everest nicht verstanden und nicht bestiegen und stattdessen viele Leute in den Tod laufen lassen.»

SDA/kle

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