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Unwetter stürzen die USA ins Chaos

Nicht nur in Europa spielt das Wetter verrückt. In den USA wüten zurzeit heftige Unwetter. Mindestens 13 Menschen kamen bisher ums Leben, in vier Bundesstaaten wurde schon der Notstand ausgerufen.

Durch heftige Stürme kam es zu Erdfällen: Dieser Lastwagen wurde beinahe vom Erdboden verschluckt.
Durch heftige Stürme kam es zu Erdfällen: Dieser Lastwagen wurde beinahe vom Erdboden verschluckt.
Keystone

Bei einem schweren Unwetter in den USA sind nach Medienberichten mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Millionen Menschen waren am Sonntag noch von der Stromversorgung abgeschnitten - und es könnte viele Tage dauern, bis ihre Häuser wieder am Netz sind.

Das bei anhaltender schwüler Hitze: Auch für Sonntag und Montag waren für zahlreiche Gebiete wieder Temperaturen von bis zu 35 Grad angesagt. Zudem drohten neue Gewitterstürme. Der Nationale Wetterdienst gab für insgesamt 14 Staaten vom Mittleren Westen bis zur Atlantikküste Hitzewarnungen aus.

In vielen Orten wurden Kühlungszentren eingerichtet, so auch im besonders schwer betroffenen Grossraum Washington. Hier allein mussten über 1,1 Millionen Menschen die Nacht auf Sonntag ohne funktionierenden Kühlschrank und Klimaanlage verbringen.

Die Gewitterstürme in der Nacht auf Samstag hatten so viele Bäume zum Umstürzen gebracht, so viele Leitungen wurden heruntergerissen, dass Elektrizitätsgesellschaften und Feuerwehr trotz pausenlosen Einsatzes der Arbeit einfach nicht nachkommen konnten.

Notstand ausgerufen

In Washington und den Bundesstaaten Ohio, West Virginia, Virginia und Maryland wurde der Notstand ausgerufen. Virginias Gouverneur Robert McDonnell sprach von einer «sehr gefährlichen Situation» für seinen Staat.

Präsident Barack Obama sagte Bundeshilfe zu. Teilweise halfen Mitglieder der Nationalgarde bei den Räumarbeiten, an manchen Orten wurden Eis und gekühlte Getränke so knapp, dass aus entfernten Regionen Nachschub angeliefert werden musste.

Die Stürme hatten sich am Freitagvormittag nahe Chicago im Bundesstaat Illinois entwickelt und erreichten Spitzengeschwindigkeiten von fast 150 Stundenkilometern. Hunderte Strassen waren durch umgestürzte Bäume blockiert, Läden blieben dunkel und so viele Tankstellen dicht, dass es teilweise schwer war, Benzin zu bekommen.

In Washington und anderen Orten wurden Kinos zum Abkühlen geöffnet und vor allem Kranke aufgerufen, sich möglichst in kühleren Kellerräumen aufzuhalten.

Zugverkehr betroffen

Auch der Zugverkehr war betroffen. So ging zwischen Washington und Philadelphia bis zum Samstagnachmittag nichts mehr. In West Virginia sassen rund 230 Passagiere 20 Stunden in einem - allerdings gut gekühlten - Zug fest: Nach Medienberichten war er auf den Schienen vorn und hinten von umgestürzten Bäumen eingekeilt.

Fünf der 13 Todesfälle gab es laut «Washington Post» in der Washingtoner Region. Demnach wurden zwei Frauen von Bäumen erschlagen, die auf die Dächer ihrer Häuser fielen. Zwei Menschen starben in ihren Autos ebenfalls durch umstürzende Bäume, ein Mann erlitt einen tödlichen Stromschlag.

In New Jersey kamen laut dem Sender CNN zwei Kinder im Alter von zwei und sieben Jahren beim Campen ums Leben: Sie wurden in ihrem Zelt zerquetscht, als eine Pinie wie ein Streichholz umknickte.

Stromausfälle gab es von Indiana im Mittleren Westen bis nach New Jersey an der Atlantikküste. Laut CNN waren am Samstag zeitweise vier Millionen Menschen ohne Strom. Die zuständigen Elektrizitätsgesellschaften in Virginia, Maryland und der Bundeshauptstadt Washington warnten, es könne bis zu einer Woche dauern, bis die Stromversorgung für alle wiederhergestellt sei.

Hoffnungsschimmer

Einen Hoffnungsschimmer gibt es unterdessen in den Waldbrand- Regionen im westlichen Bundesstaat Colorado. Zwar macht dort sengende Hitze den Feuerwehrleuten weiter schwer zu schaffen, aber sie konnten dennoch Fortschritte bei der Bekämpfung des Flammeninfernos erzielen. Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden, hiess es.

SDA/mrs

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