US-Investor baut Haus im Meer – nun droht Todesstrafe

Die thailändische Marine wirft dem reichen Bitcoin-Händler vor, die Souveränität des Landes verletzt zu haben.

Ein mögliches Haus im Ozean von der Firma Ocean Builders.

Ein mögliches Haus im Ozean von der Firma Ocean Builders. Bild: www.ocean.builders

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Ein reicher US-Investor muss in Thailand die Todesstrafe fürchten, weil er sich vor der Küste des südostasiatischen Landes ein Haus auf dem Meer gebaut hat. Die Marine wirft dem Bitcoin-Händler Chad Elwartowski und seiner thailändischen Freundin Supranee Thepdet vor, die Souveränität des Landes verletzt zu haben. Gegen das Paar wurde auf einer Polizeiwache in Phuket Anzeige erstattet, wie der Polizist Nikorn Somsuk am Mittwoch bestätigte. Die Polizei leitete Ermittlungen ein.

Soldaten der thailändischen Marine hätten auf dem Meer eine Betonplattform entdeckt, sagte Nikorn der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben der Marine befand sich die Plattform zwölf Seemeilen vor der Küste und damit in thailändischen Hoheitsgewässern. Die Marine erklärte bei Facebook, das Paar habe vor dem Bau des schwimmenden Hauses «keine Genehmigung eingeholt».

Nach Einschätzung der Marine verstösst der Bau der Plattform gegen Artikel 119 des thailändischen Strafgesetzbuchs. Sollten Elwartowski und Supranee auf dieser Grundlage angeklagt und schuldig gesprochen werden, droht ihnen als Höchststrafe die Todesstrafe.

Die Vorstellung von «Freiheit»

Elwartowski sagte der AFP, er habe Thailand nicht schaden, sondern nur seine Vorstellung von «Freiheit» ausleben wollen. «Mir gefällt die Idee, mit seinem Zuhause eine Wahl treffen zu können. Wenn dir nicht gefällt, wie deine Gemeinde geführt wird, schwimmst du einfach zu einer anderen», sagte Elwartowski, der als Softwareentwickler für das US-Militär gearbeitet hat und mit der virtuellen Währung Bitcoin reich geworden ist.

Seinen Angaben zufolge befindet sich seine Plattform 13 Seemeilen vor der Küste und damit ausserhalb der thailändischen Hoheitsgewässer. Das Paar gehört der Gruppe Ocean Builders an, die für den Bau fester Behausungen in internationalen Gewässern wirbt. Sie hatten erst kürzlich einen Aufruf gestartet, um 20 Interessenten zu finden, die rund um ihre Plattform vor Thailand weitere schwimmende Häuser errichten wollen. (fal/afp)

Erstellt: 17.04.2019, 18:44 Uhr

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