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USA spritzen Todeskandidaten falsches Mittel

18 Minuten dauerte der Todeskampf von Charles Warner. Bei seiner Hinrichtung sagte er mehrmals: «Mein Körper brennt». Der Autopsiebericht löst eine Debatte aus.

Durchgeführte Todesstrafen sorgen in den USA für heftige Diskussionen: Eine Exekutionskammer in Oklahoma. (15. April 2008)
Durchgeführte Todesstrafen sorgen in den USA für heftige Diskussionen: Eine Exekutionskammer in Oklahoma. (15. April 2008)
Keystone
Dem Todeskandidaten Charles Warner ist im Januar das falsche Gift verabreicht worden. (29. Juni 2011).
Dem Todeskandidaten Charles Warner ist im Januar das falsche Gift verabreicht worden. (29. Juni 2011).
Keystone
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Erneut hat eine Hinrichtung in den USA schwere Zweifel am Exekutionsverfahren und an der Strafe als solcher ausgelöst. Bei der Tötung von Charles Warner im Bundesstaat Oklahoma Mitte Januar durch eine Giftinjektion wurde ein falsches Mittel beigemischt, wie aus dem veröffentlichten Autopsiebericht hervorgeht. Statt Kaliumchlorid sei Kaliumacetat verwendet worden, heisst es in dem Dokument, das die Nachrichtenagentur AFP und andere Medien einsehen konnten.

Warner wurde 18 Minuten nach Verabreichung der Giftmischung am 15. Januar für tot erklärt. Zwar berichteten Augenzeugen, der Verurteilte habe äusserlich keine Anzeichen körperlichen Leidens gezeigt; allerdings äusserte er während des Todeskampfs mehrfach «Mein Körper brennt». Laut einer öffentlich zugänglichen Studie des Fachmagazins «Science» können bestimmte Kalium-Derivate Verätzungs- oder Verbrennungsempfindungen auslösen.

Andere Hinrichtung verschoben

Kaliummchlorid kann zu Herzversagen führen, Experten zufolge sind die Mittel nicht austauschbar. Laut dem Bericht trugen die Spritzen, die bei Warners Hinrichtung zum Einsatz kamen, zwar das Etikett «Kaliumchlorid»; die Box mit den Fläschchen zum Aufziehen der Spritzen war jedoch mit «Kaliumacetat» beschriftet.

Die Gouverneurin des US-Bundesstaates Oklahoma, Mary Fallin, hatte Anfang Oktober wegen Zweifeln an der tödlichen Giftmischung die Hinrichtung des Todeskandidaten Richard Glossip in letzter Minute gestoppt. Die Hinrichtung wurde auf den 6. November verschoben, um Fragen zur Verwendung von Kaliumacetat zu klären. Nun folgte die Veröffentlichung des Autopsieberichts Warners. Der bei seinem Tod 47-Jährige war wegen Vergewaltigung und Mordes an der elfmonatigen Tochter seiner Partnerin verurteilt worden.

Debatte in der USA

Warner hatte ursprünglich am selben Tag hingerichtet werden sollen wie der Gefangene Clayton Lockett, am 29. April vergangenen Jahres. Dieser hatte bei der Exekution Qualen erlitten, weil es Probleme bei der Giftinjektion gab. Lockett wand sich 43 Minuten lang im Todeskampf vor Schmerzen, bis er schliesslich einen Herzinfarkt erlitt. Daraufhin hatte Oklahoma ein Moratorium für die Vollstreckung von Todesurteilen verhängt.

Ein US-Richter hat die Hinrichtung von mehreren Todeskandidaten im Bundesstaat Arkansas gestoppt. Grund für die Entscheidung vom Freitag seien die Anträge der Verurteilten auf Offenlegung der Zusammensetzung der Giftmischungen, teilte Richter Wendell Griffen mit. Eine Reihe von qualvollen Hinrichtungen hatte im vergangenen Jahr eine Debatte über die in den USA verwendeten Giftcocktails ausgelöst. Die ersten beiden Hinrichtungen in Arkansas hätten am 21. Oktober stattfinden sollen. Insgesamt neun Todeskandidaten hatten geklagt, acht von ihnen hatten bereits einen Termin für ihre Hinrichtung. Staatsanwältin Leslie Rutledge kritisierte die Entscheidung des Richters. Erneut müssten die Opfer der Verbrechen auf «Gerechtigkeit» warten, erklärte sie.

AFP/dia/chk

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