US-Polizisten durchsieben im Auto schlafenden Schwarzen mit Kugeln

Spätabends schlief der junge Rapper Willie McCoy vor einem Restaurant ein. Weil er bewaffnet war, töteten ihn die Beamten.

Der junge Rapper Willie McCoy wurde von Polizisten mit 25 Kugeln getötet. Bild: Instagram/_williebo_

Der junge Rapper Willie McCoy wurde von Polizisten mit 25 Kugeln getötet. Bild: Instagram/_williebo_

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Familie eines in seinem Auto von US-Polizisten erschossenen Schwarzen hat den Beamten übertriebene Gewaltanwendung vorgeworfen. Der junge Rapper Willie McCoy sei bei dem Vorfall in Nordkalifornien von rund 25 Kugeln durchsiebt worden, sagte die Anwältin Melissa Nold am Mittwoch.

Nold sprach von einem Gewaltexzess: «Nichts rechtfertigt ein solches Ausmass an Gewalt», sagte Nold. Es wirke fast, als ob die Beamten Schiessübungen gemacht hätten.

Laut Nold hatte der 20-Jährige im Tonstudio eines Verwandten in der Stadt Vallejo Aufnahmen gemacht, als er spätabends zu einem Fastfood-Restaurant fuhr. Laut Polizei alarmierten Angestellte die Behörden, weil ein Auto mit laufendem Motor auf der Drive-In-Spur stand, während der Fahrer offenbar am Steuer schlief.

Die herbeigeeilten Beamten hätten eine Schusswaffe im Auto gesehen, erklärte die Polizei. Während sie die Lage überprüften, sei McCoy aufgewacht und habe nach der Waffe gegriffen. «Aus Angst um ihre Sicherheit haben sechs Beamte mit ihren Dienstwaffen geschossen», erklärte die Polizei.

Anwältin Nold kritisierte, die Polizisten hätten sich hinter ihren Streifenwagen verschanzen und McCoy mit der Polizeisirene oder Hupe wecken können, wenn sie ihn für bewaffnet hielten. Die Polizei von Vallejo wollte sich zu den Vorwürfen am Mittwoch nicht äussern. Die US-Polizei gerät immer wieder wegen Gewaltexzessen gegen Schwarze in die Schlagzeilen.

(oli/sda)

Erstellt: 21.02.2019, 14:02 Uhr

Artikel zum Thema

Überraschende Zahlen zu Gewalt an Schwarzen

Werden Afroamerikaner häufiger von der Polizei getötet als Weisse? Eine Studie untersuchte 1300 Schiessereien und kam zu unerwarteten Ergebnissen. Mehr...

«Es gibt keine Nichtrassisten, nur Antirassisten»

Der Politologe Ibram X. Kendi erklärt, warum rassistisches Handeln nicht auf rassistischen Vorstellungen beruht, sondern umgekehrt. Mehr...

«Vergewaltiger bekommt Haftstrafe, CD-Verkäufer wird erschossen»

Über 130 Afroamerikaner sind seit Jahresbeginn von Polizisten erschossen worden. Nach zwei Tötungen innert 48 Stunden sind die Reaktionen besonders heftig. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Blogs

Geldblog Nestlé enttäuscht den Markt

Beruf + Berufung Wo digitale Nomaden der Einsamkeit entkommen

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...