US-Wetterdienst warnt vor Rekordkälte

Sturm, Eis und Schnee: Eine «arktische Front» führt zum Temperatursturz in grossen Teilen des Landes.

An einigen Orten liegen die Temperaturen um bis zu zehn Grad tiefer als sonst um diese Jahreszeit. (Video: Tamedia)

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Teile der USA haben schon in der vergangenen Woche tiefe Temperaturen erlebt. Doch das ist kein Vergleich zum Kälteschock, den die Amerikaner in den nächsten Tagen erwartet. Gemäss Prognosen des nationalen Wetterdienstes kommt es zu einem derartigen Temperatursturz, dass über 200 regionale Rekorde gebrochen werden könnten.

Vom «arktischen Einbruch» sind zwei Drittel des Landes betroffen, vom Mittleren Westen über die Ostküste bis in den Süden. Vielerorts wird es um die 10 Grad kälter als normalerweise um diese Jahreszeit. Etwa 150 Millionen Menschen müssen sich auf Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt einstellen. Und weil eine steife Brise weht, ist die gefühlte Temperatur sogar noch tiefer. «Es wird sich eher wie Mitte Januar oder tief im Winter anfühlen», schreiben die Meteorologen.

Am Montag wird ein Schneesturm, der am Sonntag in den Rocky Mountains gewütet hat, Richtung Südwesten weiterziehen und im Mittleren Westen für eisige Bedingungen sorgen. Keine gute Nachrichten für alle, die anlässlich des «Veterans Day» zu Ehren der Soldaten des Ersten Weltkriegs auf die Strasse gehen. In den Städten Chicago und Minneapolis wird mit dem kältesten «Veterans Day» gerechnet, der je aufgezeichnet wurde.

In zahlreichen US-Bundesstaaten wird Schnee fallen, an einigen Orten bis zu 60 Zentimeter. Dort, wo die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt bleiben, ist viel Regen angesagt. Am Dienstag und Mittwoch zieht die «arktische Front» sogar bis nach Florida und Mexiko. An der Golfküste könnte es Frost geben – mehrere Wochen, bevor das dort im Durchschnitt der Fall ist.

Regen, Schnee und Stürme: Vom Osten bis in den Süden der USA gibt es viel Niederschlag. Grafik: National Weather Service

Wie verrückt derzeit das Wetter spielt, zeigt der jüngste Monatsbericht des nationalen Wetterdienstes: So war der Oktober landesweit der kälteste seit 10 Jahren und brachte zugleich so viel Niederschlag wie selten. Ende des Monats wurden in den Rocky Mountains und im Mittleren Osten Allzeitrekorde für tiefe Temperaturen verzeichnet.

Gleichzeitig war es in Alaska überdurchschnittlich warm, und an der Westküste sorgte eine grosse Dürre dafür, dass zahlreiche Waldbrände in Kalifornien wüteten. Die meisten sind mittlerweile wieder unter Kontrolle, doch immer wieder brechen neue Feuer aus. Am Samstag mussten die Warner-Bros-Studios in den Hügeln von Hollywood evakuiert werden, weil ein Brand die Fernsehstudios bedrohte.

Erstellt: 11.11.2019, 18:58 Uhr

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