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Vater von Winnenden-Amokläufer muss vor Gericht

Im März 2009 hatte Tim K. mit einer Sportpistole zwölf Menschen getötet. Nun wird der Vater als Besitzer der Tatwaffe zur Verantwortung gezogen.

Das Verfahren läuft weiter: Die Albertville-Realschule in Winnenden am 19. März 2009.
Das Verfahren läuft weiter: Die Albertville-Realschule in Winnenden am 19. März 2009.
Keystone

Der Vater von Winnenden-Amokläufer Tim K. muss vor Gericht. Die Dritte Grosse Jugendkammer des Landgerichts Stuttgart liess die Anklage gegen den 51-jährigen Unternehmer zu, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Der Vater sei jedoch nicht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung in mehreren Fällen verdächtig. Vielmehr bestehe hinreichender Tatverdacht nur wegen fahrlässiger unerlaubter Überlassung einer Schusswaffe und unerlaubter Überlassung von Munition.

Sein Sohn Tim K. hatte am 11. März 2009 in der Albertville-Realschule in Winnenden einen Amoklauf gestartet und mit der Beretta-Sportpistole seines Vaters zwölf Menschen getötet und elf weitere verletzt. Auf der Flucht durch Winnenden und Wendlingen tötete er anschliessend noch drei Männer, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Magazin in der Nachtischschublade

Laut dem Gericht hatte der angeklagte Vater die Tatwaffe entgegen der gesetzlichen Aufbewahrungsvorschriften nicht im verschlossenen Waffentresor im Keller seines Hauses, sondern in einem Kleiderschrank im Schlafzimmer unter Kleidung verborgen aufbewahrt. Das mit zehn Patronen geladene Magazin habe er in seiner Nachttischschublade - versteckt in einem Handschuh - verwahrt. Ein weiteres Magazin steckte demnach in seiner frei zugänglich im Keller abgestellten Sportschützentasche.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die Tat seines Sohnes durch die vorschriftswidrige Verwahrung der Sportpistole und der Munition ermöglicht zu haben. Er habe bewusst gegen Aufbewahrungsvorschriften verstossen in der Meinung, nur ihm seien die Verstecke bekannt. Dabei habe er die Gefahr verkannt, dass sein Sohn - der die Waffenleidenschaft des Angeklagten teilte - die Verstecke auskundschaften könnte.

Verurteilung unwahrscheinlich

Trotzdem sei eine Verurteilung des Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung «nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit» zu erwarten, stellte die Jugendkammer fest. Ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest.

ddp/jak

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