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Verbeulte Autos, zerstörte Ernten und gesperrte Alpenpässe

Die starken Gewitter vom Wochenende haben in der ganzen Schweiz grosse Schäden an Autos, Häusern und Ernten angerichtet. Mehrere Alpenpässe sind gesperrt.

Auch viele Balkonpflanzen waren vom Sturm betroffen: Hagelkörner zerstörten in Zürich Tomaten. (1. Juli 2012)
Auch viele Balkonpflanzen waren vom Sturm betroffen: Hagelkörner zerstörten in Zürich Tomaten. (1. Juli 2012)
Keystone
Nach dem Sturm: Ein Knabe steht an der Winterthurerstrasse in Zürich knietief im Hagel. (1. Juli 2012)
Nach dem Sturm: Ein Knabe steht an der Winterthurerstrasse in Zürich knietief im Hagel. (1. Juli 2012)
Keystone
Geklotzt statt gekleckert wurde auch bei Alex Marquez in Zürich: «Wir mussten die Fenster zudrücken, als der Sturm kam.»
Geklotzt statt gekleckert wurde auch bei Alex Marquez in Zürich: «Wir mussten die Fenster zudrücken, als der Sturm kam.»
Alex Marquez, Leserreporter
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Nach den Unwettern vom Wochenende sind weitere Teile der Schweiz in der Nacht und am Morgen mit starken Niederschlägen eingedeckt worden. Viele Gewässer führen Hochwasser. Das Bundesamt für Umwelt hat für mehrere Gewässer Gefahrenstufen erlassen.

Für die Rhone gilt bis morgen die Gefahrenstufe 3, was erhebliche Gefahr bedeutet. Für die Reuss im Kanton Uri, den Brienzersee und die Aare bis zur Einmündung in den Thunersee, den Bodensee und den Hochrhein bis zur Einmündung der Thur wurde die Gefahrenstufe 2 (mässige Gefahr) ausgerufen. Grund für die Hochwassergefahr sind nicht allein die Regenmengen der letzten Tage, sondern auch die Tatsache, dass sich die Schneefallgrenze inzwischen auf einer Höhe von 3200 bis 3500 Metern befindet.

Dies bedeutet, dass fast die gesamten Niederschlagsmengen gleich wieder als Wasser zu Tale fliessen. Zudem trägt die Schneeschmelze dazu bei, dass diese Wassermengen noch zusätzlich alimentiert werden.

Bis zu 60 Liter pro Quadratmeter

Vor allem im Maggia- und Bedrettotal, Saastal, Goms und Haslital gingen bis am Mittag grosse Regenmengen nieder, wie SF Meteo bekannt gibt. Beim Steingletscher am Sustenpass wurden innerhalb von 12 Stunden 49 Liter Wasser pro Quadratmeter gemessen, auf dem Grimselpass 47 Liter.

Gemäss dem Wetterdienst Meteomedia wurden in Binn VS im Oberwallis auf 1400 Metern über Meer sogar 60 Liter pro Quadratmeter registriert. In Gondo VS am Simplonpass waren es 48 und in Zwischenbergen VS im Rhonetal 41.

Die Passstrassen über Grimsel, Susten, Furka und Nufenen mussten wegen Steinschlägen vorübergehend geschlossen werden. Im Goms kam es wegen des Hochwassers zu Stromausfällen. Zusammen mit den Niederschlägen der Unwetter vom Samstag und Sonntag wurden die Niederschlagsmengen für einen Monat an einigen Orten schon innerhalb von drei Tagen übertroffen. So in Schaffhausen wo bisher 96 Liter pro Quadratmeter niedergingen. Normalerweise fallen dort im Juli durchschnittlich 88 Liter.

Millionenschäden

Durch den Hagelschlag vom Wochenende wurden in der Schweiz Tausende von Autos und Gebäude beschädigt. Allein im Kanton Zürich dürfte das Unwetter nach ersten Schätzungen Schäden von rund 10 bis 15 Millionen Franken an Gebäuden angerichtet haben.

Bei der Gebäudeversicherung Kanton Zürich (GVZ) sind etwa 400 Schadenmeldungen eingegangen. Die Zahl werde wohl noch auf etwa 1000 bis 2000 ansteigen, sagte GVZ-Direktor Conrad Gossweiler. Die Gebäudeversicherung Bern (GVB) rechnet mit bis zu 1000 Schadenmeldungen und einer Schadensumme von etwa fünf Millionen Franken. Bei der GVB gingen die Schadenmeldungen vor allem aus der Umgebung von Saicourt im Berner Jura ein sowie aus einem Korridor zwischen Kehrsatz und Krauchthal.

Schweizer Hagel

Der erste grössere Hagelschlag dieses Sommers hat an landwirtschaftlichen Kulturen einen Schaden von rund 7 Millionen Franken angerichtet. Die Versicherung Schweizer Hagel rechnet mit rund 1500 Schadensmeldungen, wie Vizedirektor Hansueli Lusti auf Anfrage sagte.

Lusti spricht von einem mittelgrossen Ereignis für die Schweizer Hagel. Schäden gab es an Obst-, Acker- und Gemüsekulturen, in Rebbergen, in Gärtnereien und an Wiesland. Für die Schweizer Hagel speziell sei, dass die Schäden nun rasch ermittelt werden müssten: Vielerorts stünden die Kulturen kurz vor der Ernte.

SDA/rub/fko

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