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Verteidiger hält Kneubühl für schuldfähig

Peter Hans Kneubühl sei in seinen Aussagen ernst zu nehmen, fordert der amtliche Verteidiger. Er habe selten jemanden erlebt, der so haargenau wusste, was er tue.

Peter Hans Kneubühl beim Prozessauftakt: Der Rentner hatte in Biel einem Polizisten in den Kopf geschossen. (7. Januar 2010)
Peter Hans Kneubühl beim Prozessauftakt: Der Rentner hatte in Biel einem Polizisten in den Kopf geschossen. (7. Januar 2010)
Keystone
Als wäre er selber der Gutachter: Peter Hans Kneubühl (links) stellt im Gerichtssaal einem Polizisten Fragen zum Einsatz am 8. September 2010. (7. Januar 2013)
Als wäre er selber der Gutachter: Peter Hans Kneubühl (links) stellt im Gerichtssaal einem Polizisten Fragen zum Einsatz am 8. September 2010. (7. Januar 2013)
Karin Widmer, Keystone
In der Nähe der Alterssiedlung und des Bauernhofes Falbringen in Ried ist Peter Hans Kneubühl am Freitagmorgen um 6.09 Uhr gefasst worden.
In der Nähe der Alterssiedlung und des Bauernhofes Falbringen in Ried ist Peter Hans Kneubühl am Freitagmorgen um 6.09 Uhr gefasst worden.
Keystone
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Anders als der Staatsanwalt hält der amtliche Verteidiger den Bieler Rentner Peter Hans Kneubühl durchaus für schuldfähig. Kneubühl sei in seinen Aussagen ernst zu nehmen, forderte Philipp Kunz vor Gericht in Biel. Er persönlich glaube auch nicht, dass Kneubühl von einem korrupten Staats- und Polizeiapparat verfolgt werde, betonte Kunz. «Aber das ist auch gar nicht der Punkt».

Der Punkt sei, dass Kneubühl dem Staat die Berechtigung abgesprochen habe, sein Elternhaus zu versteigern. Sein Mandant sei der Ansicht, er habe das Recht zum Widerstand und er bestreite das Gewaltmonopol des Staates.

Politische Argumente

Kneubühl kenne die Normen des Staates haargenau, weigere sich aber, sich an sie zu halten. Das seien letztlich politische Argumente.

Er habe selten jemanden erlebt, der so haargenau gewusst habe, was er tue und das so konsequent umgesetzt habe, sagte Kunz. Bei vielem, was Kneubühl sage, könne man schlicht nicht beweisen, ob es nicht doch so gewesen sei.

Wenn Kneubühl etwa davon spreche, die Polizei habe auf ihn geschossen, sei das klar nicht erstellt, räumte der Verteidiger ein. Allerdings habe die Polizei, um Kneubühl abzulenken, zu einem bestimmten Zeitpunkt des Einsatzes eine Knallpetarde mit mehrern Knallgeräuschen gezündet. Da sei es durchaus nachvollziehbar, dass Kneubühl das im Hausinnern als Schüsse interpretiert habe.

Der amtliche Verteidiger verlangte, dass das Gericht Kneubühl als schuldfähig anerkennt und das Verfahren zurück an die Staatsanwaltschaft geht, damit diese ordentlich Anklage erhebt.

Staatsanwalt will stationäre Massnahme

Der Staatsanwalt bekräftigte demgegenüber seine Forderung, Kneubühl sei nicht schuldfähig. Stattdessen sei eine stationäre Massnahme gegen den Rentner auszusprechen. Will heissen: Kneubühl käme in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung.

Der Staatsanwalt stützt sich auf ein psychiatrisches Gutachten, das Kneubühl einen Verfolgungs- und Beeinträchtigungswahn schweren Ausmasses attestiert. Zudem bestehe ein erhebliches Rückfallrisiko.

Am Nachmittag wird Kneubühl selber zu Wort kommen. Das Gericht wird sein Urteil nächste Woche fällen.

SDA/kle

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