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Verunglückter Höhlenforscher kann bald geborgen werden

Die Ärzte sind zuversichtlich: Der deutsche Forscher, der seit Tagen in einer Höhle gefangen liegt, ist transportfähig - trotz seiner schweren Verletzungen.

Dutzende Helfer stehen im Einsatz: Ein bayrischer Polizeihubschrauber auf einem provisorischen Landeplatz nahe dem Höhleneingang. (13. Juni 2014)
Dutzende Helfer stehen im Einsatz: Ein bayrischer Polizeihubschrauber auf einem provisorischen Landeplatz nahe dem Höhleneingang. (13. Juni 2014)
Keystone
Unterstützen die Rettungsaktion: Schweizer Bergungsexperten werden per Helikopter in die Höhle gebracht. (10. Juni 2014)
Unterstützen die Rettungsaktion: Schweizer Bergungsexperten werden per Helikopter in die Höhle gebracht. (10. Juni 2014)
Keystone
Tückisches Idyll: Ein Helikopter fliegt über den Berchtesgadener Alpen. (8. Juni 2014)
Tückisches Idyll: Ein Helikopter fliegt über den Berchtesgadener Alpen. (8. Juni 2014)
AP Photo Markus Leitner,Bayerisches Rotes Kreuz/Be
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In der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden haben Ärzte mit der Versorgung des schwer verletzten Höhlenforschers begonnen. In der Nacht zum Donnerstag traf auch der zweite entsandte Arzt aus Österreich bei dem verletzten Stuttgarter ein.

Der Schwerverletzte sei transportfähig, müsse jedoch zuvor behandelt werden, teilte die Bergwacht Bayern. «Die Ärzte werden jetzt einen medikamentösen Schutzmantel um den Mann legen», sagte ein Sprecher der Bergwacht. Dazu hätten sie spezielle Medikamente angefordert, die am Donnerstag bei dem Forscher eintreffen sollten.

Sobald der Zustand des Patienten es erlaube, sei geplant, mit der Hilfe von sechs internationalen Höhlenretter-Teams die Bergung des Mannes aus der Höhle zu starten. Am Einsatz beteiligen sich auch 20 Höhlenrettungsspezialisten aus der Schweiz.

Der Mediziner aus Österreich war am Dienstag aufgebrochen und gut einen Tag über senkrechte Wände und enge Schächte unterwegs, ehe er den 52-Jährigen erreichte. Der Wissenschaftler, der seit Jahren in der tiefsten und längsten Höhle Deutschlands forscht, hatte bei einem Steinschlag am frühen Sonntagmorgen ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten.

Das Schlimmste überstanden

«Es ist so, dass so ein Patient seit mehr als drei Tagen auf der Intensivstation liegen würde», sagte der Frankfurter Neurochirurg Michael Petermeyer in Berchtesgaden. Der Verletzte habe aber wahrscheinlich das Schlimmste überstanden. «Die Schwelle der maximalen Gefährdung ist überschritten, aber er ist noch nicht über den Berg», sagte Petermeyer. «Was jetzt mehr oder minder schicksalhaft und nicht vorhersehbar ist, sind Blutungen.» Der höhlenerfahrene Mediziner ist angereist, um die Einsatzleitung zu verstärken und bei Bedarf selbst in die Höhle zu gehen.

Petermeyer berät die Retter und ist in Kontakt mit seinen beiden Kollegen unter der Erde, einem Arzt aus Österreich und einem aus Italien. Sobald beide oder einer von ihnen den Patienten erreicht habe, könne die Therapie beginnen - und möglicherweise auch schnell mit der tatsächlichen Rettung begonnen werden.

Man müsse abwägen zwischen einer zusätzlichen Gefährdung des Patienten und einem weiteren Abwarten in der Tiefe bei etwa vier Grad, wo es zudem keine intensivmedizinische Betreuung gebe. Sein Zustand ist demnach stabil. Der Höhlenforscher soll ansprechbar sein und mit Hilfe stehen können.

Zugangsrouten werden gesichert

Inzwischen haben andere Helfer die Route zum Unglücksort gesichert. Unter anderem wurden an schwierigen Stellen Metallstifte in die glitschigen Felswände gebohrt. Zusätzliche Seile sollen den Rettern den Weg erleichtern. Teils wurden Seile ausgetauscht, weil sie verschlissen waren.

Die Höhle sei extrem schwierig, sagte der Bergwachtler Schneider. «Für mich ist das die absolute Ausnahme, wenn da einer runterkommt.» Der Verunglückte, der zu den extremsten Höhlenforschern Deutschlands zählt, hatte die Höhle mitentdeckt und erforscht sie mit seinen Kollegen seit Jahren.

Sehr aufmerksam beobachten die Helfer den Wetterbericht. Unter anderem soll es Wärmegewitter geben. Starker Regen kann auch in Höhlen die Schluchten und Canyons gefährlich mit Wasser anschwellen lassen. Durch «geschickte Planung» sei hier inzwischen Vorsorge getroffen worden, sagte Schneider.

SDA/ldc

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