Vier tödliche Bergunfälle am Wochenende

In den Schweizer Bergen sind seit Freitag vier Menschen zu Tode gekommen. Zwei weitere Personen haben sich schwere Verletzungen zugezogen.

Tödlicher Unfall beim Abstieg nach Zermatt: Die Solvay-Hütte nahe dem Matterhorn-Gipfel.

Tödlicher Unfall beim Abstieg nach Zermatt: Die Solvay-Hütte nahe dem Matterhorn-Gipfel. Bild: Dominic Steinmann/Keystone

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In den letzten drei Tagen sind in den Schweizer Bergen mindestens vier Menschen tödlich verunfallt. Zwei Berggänger starben am Matterhorn, einer in der Region Lenk BE und der vierte bei La Punt Chamues-ch GR. Zudem wurden zwei weitere Menschen bei Stürzen in den Bergen schwer verletzt.

Ein ausländischer Bergsteiger startete am Sonntag allein von der Hörnlihütte aus auf den 4478 Meter hohen Gipfel des Matterhorns. Aus ungeklärten Gründen sei er vermutlich beim Abstieg in der Matterhorn-Ostwand abgestürzt, schreibt die Walliser Kantonspolizei in einer Mitteilung. Drittpersonen hätten die Rettungskräfte alarmiert, die den Verunglückten in der Ostwand bergen konnten. Der Notarzt der Air Zermatt konnte beim Alpinisten nur noch den Tod feststellen. Das Opfer konnte zunächst noch nicht formell identifiziert werden.

100 Meter in die Tiefe gestürzt

Zum zweiten tödlichen Unfall am Matterhorn war es bereits am Freitag gekommen. Ein Alpinist hatte am Donnerstag zusammen mit einem Kollegen das Matterhorn bestiegen und die Nacht in der Solvay-Hütte verbracht, wie die Walliser Polizei mitteilte. Bei der Rückkehr Richtung Zermatt am Freitag stürzte der Alpinist auf dem Hörnligrat, unterhalb des «Grampiturms» auf einer Höhe von 3400 Metern über Meer, rund 100 Meter in die Tiefe und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu. Er war nicht angeseilt.

Oberhalb von La Punt Chamues-ch GR verunglückte gemäss einer Mitteilung der Bündner Kantonspolizei am Samstagmorgen ein 63-jähriger Berggänger tödlich. Er war mit seiner Nichte kurz vor 11 Uhr vom Albula Hospiz herkommend in Richtung Piz Üertsch unterwegs, als er auf einer Höhe von knapp 2700 Metern stürzte. Er fiel rund 20 Meter ein steiles, felsdurchsetztes Gelände hinunter und verletzte sich dabei tödlich.

Tödlicher Sturz im Simmental

In der Region von Lenk im Simmental konnte am Sonntagmorgen ein seit Freitag vermisster 67-jähriger Berggänger nur noch tot geborgen werden. Der Mann hatte sich am Freitag von Lenk aus in Richtung Flöschhorn begeben und war nicht mehr zurückgekehrt. Die Polizei geht gemäss einer Mitteilung vom Sonntag davon aus, dass er auf der Höhe der Flöschweid in ein Couloir gestürzt ist und sich dabei tödlich verletzt hat.

Schwer verletzt wurde ein 76-jähriger Berggänger am Samstagmorgen bei einem Unfall am Grossen Mythen. Er war auf dem dortigen Bergweg rund 20 Meter einen Steilhang hinuntergefallen, wie die Schwyzer Kantonspolizei mitteilte. Der Mann wurde mit einem Helikopter der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) geborgen und ins Spital transportiert.

Frau ins Spital geflogen

In der Region der Alpe Pontino bei Airolo im Tessin ist eine 52-jährige Pilzsammlerin am frühen Sonntagnachmittag verunglückt. Die Frau stürzte rund zehn Meter tief und zog sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zu, wie aus einer Mitteilung der Tessiner Kantonspolizei hervorgeht. Die Frau wurde mit einem Helikopter der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) geborgen und ins Spital geflogen. (chi/sda)

Erstellt: 27.08.2017, 19:04 Uhr

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