Vulkanausbruch: ein Toter, ein Verletzter am Stromboli

Touristen brachten sich vor glühendem Gestein in Sicherheit, das in die Umgebung geschleudert wurde.

Stromboli bricht aus: Medienberichten zufolge ist ein Wanderer ums Leben gekommen. Video: AP/Twitter

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein heftiger Ausbruch des Vulkans Stromboli in Italien hat Touristen und Einwohnern Angst und Schrecken eingejagt und einen Menschen das Leben gekostet. Ein Ausflügler sei gestorben, als er am Mittwoch an dem Vulkan auf der gleichnamigen Insel unterwegs war.

Wie die Feuerwehr erklärte, wurde sein Begleiter leicht verletzt. Der Tote stamme aus Sizilien, sein Begleiter aus Südamerika, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Lipari, Marco Giorgianni. Nach mehreren Explosionen stiegen am Mittwoch Aschewolken und eine riesige Rauchsäule auf und verdunkelten die Insel, die zu Sizilien gehört.

Die Menschen seien in grosser Angst gewesen, erklärte der Feuerwehrkommandant Giuseppe Biffarella laut Ansa. Am Hang des Vulkans seien Feuer ausgebrochen und Lavabrocken seien herabgefallen. Löschflugzeuge seien im Einsatz, twitterte die Feuerwehr.

«Ich dachte an Pompeji»

Medien berichteten, dass Menschen aus Angst ins Meer gesprungen seien. Lavagestein sei wie ein Feuerregen über die Insel gegangen. In dem Ort Ginostra hätten sich Menschen aus Angst vor den glühenden Steinen in Häusern verbarrikadiert. 70 Menschen seine von dort mit Booten in Sicherheit gebracht worden, es gebe aber keine Evakuierung der Insel. Der Zivilschutz habe ein Militär- und ein Privatschiff vor der Insel in Stellung gebracht.

«Ich bin geschockt. Als ich die zwei Explosionen gehört habe, dachte ich an Pompeji und den Ausbruch des Vesuvs», erzählte die Touristin Elisabetta aus Neapel der Agentur ADN Kronos. «Um ich herum ein Meer aus Steinen, Lavasteinen, Asche und ganz, ganz viel Rauch. Man sah nichts mehr. Der Himmel, das Meer sind schwarz geworden.»

Einer der aktivsten Vulkane Italiens

Der Stromboli gehört zu den aktivsten Vulkanen in Italien und bildet eine kleine Insel vor Sizilien. Nur etwa 500 Menschen wohnen permanent auf der Insel, jedoch kommen im Sommer sehr viele Touristen.

Eine Hotelmanagerin auf Stromboli berichtete der Nachrichtenagentur DPA von viel Rauch und Lavaströmen. Jedoch sei keine Panik ausgebrochen.

Der Bürgermeister von Lipari sagte der Nachrichtenagentur ADN Kronos, die Lage sei unter Kontrolle. Für die, die Stromboli verlassen wollten, gebe es einen Transport auf die benachbarte Insel Lipari, so Giorgianni.

Der gut 900 Meter hohe Stromboli liegt auf der gleichnamigen Insel im Mittelmeer, rund 100 Kilometer nördlich der sizilianischen Küste. Er darf nur mit Führer bis nach oben bestiegen werden.

Die beiden jetzigen Explosionen gehörten zu den stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1985, sagte Eugenio Privitera vom nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie INGV.

Gestein seit über 2000 Jahren in Bewegung

Seit mehr als 2000 Jahren gerät das Gestein unter dem Liparischen Archipel, zu dem Stromboli gehört, in regelmässigen Abständen in Bewegung. Kleinere Eruptionen gibt es auf der süditalienischen Insel im Rhythmus von etwa zehn Minuten. Sie sind aber meist nicht wuchtig.

Ein grosser Ausbruch des Stromboli ereignete sich am 29. Dezember 2002. Damals rutschte ein Felshang vom Kegel des Hauptkraters ins Meer und löste eine bis zu zehn Meter hohe Flutwelle aus, die auch die Nachbarinseln Lipari und Panarea erfasste. Wie durch ein Wunder wurden dabei nur wenige Menschen verletzt. Die Behörden liessen Stromboli für mehr als zwei Monate evakuieren. Auch 2007 gab es einen grossen Ausbruch.

(red/sda)

Erstellt: 03.07.2019, 21:05 Uhr

Artikel zum Thema

Deutscher Tourist ringt Waldaufseher zu Boden

Ein Tourist in Indonesien wollte unbedingt auf einen aktiven Vulkan gelangen. Dafür nahm er sogar eine Rangelei mit einem Waldaufseher in Kauf. Mehr...

Der Ätna spuckt wieder Feuer

Der Ätna – einer der aktivsten Vulkane der Welt – macht mit einem spektakulären Ausbruch von sich reden. Mehr...

Schweizer sitzen in Indonesien auf Vulkan fest

Video Auf der Insel Lombok löste ein Erdbeben Erdrutsche aus. Touristen wurde der Rückweg von einem aktiven Vulkan versperrt. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Blogs

Mamablog Mama, bleib doch mal stehen!

Never Mind the Markets Polen und Ungarn sind keine Schwellenländer

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Bitte lächeln: Frankie die Bordeauxdogge stellt sein Löwenkostüm zur Schau. Er nimmt mit seinem Herrchen an der Tompkins Square Halloween Hundeparade in Manhattan teil (20. Oktober 2019).
(Bild: Andrew Kelly) Mehr...