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Waffen gegen Supermarkt-Gutscheine

Die Polizei in Los Angeles hat mehr als 1700 Waffen eingesammelt. Die Besitzer gaben sie freiwillig ab – und bekamen dafür Einkaufsgutscheine. Die Waffenlobby versuchte vergeblich, den Tausch zu verhindern.

Die Aktion stiess auf reges Interesse: Polizist zeigt die ausgetauschte Ware. (26. Dezember 2012)
Die Aktion stiess auf reges Interesse: Polizist zeigt die ausgetauschte Ware. (26. Dezember 2012)
AFP
Die NRA mobilisierte ihre Anhänger: Ein Mann ruft die Leute dazu auf, auf den Tausch zu verzichten. (26. Dezember 2012)
Die NRA mobilisierte ihre Anhänger: Ein Mann ruft die Leute dazu auf, auf den Tausch zu verzichten. (26. Dezember 2012)
AFP
Auch etliche Handfeuerwaffen wurden abgegeben. (26. Dezember 2012)
Auch etliche Handfeuerwaffen wurden abgegeben. (26. Dezember 2012)
Reuters
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Nach dem Amoklauf an einer Schule in Newtown im US-Bundesstaat Connecticut hat eine ungewöhnliche Tauschaktion in Los Angeles zahlreiche Teilnehmer angelockt: Lange Warteschlangen bildeten sich in der Westküstenmetropole, wo Waffen gegen Supermarkt-Gutscheine eingetauscht werden konnten.

Die Behörden hatten zuvor betont, Teilnehmer müssten dabei keine Fragen befürchten, woher ihre Waffen stammten. Die Tauschwilligen reichten die Waffen einfach aus dem Autofenster heraus, im Gegenzug bekamen sie Gutscheine.

Für eine Handfeuerwaffe oder ein Gewehr gab es einen Gutschein über 100 Dollar, eine automatische Waffe wurde mit einem 200-Dollar-Coupon belohnt. «Die Resonanz ist sehr gut», sagte der Polizeibeamte Rudy Lopez der Nachrichtenagentur AFP.

Waffenlobby will Tausch verhindern

Teilweise hätten die Teilnehmer anderthalb Stunden vor der Abgabestelle gewartet. «Die Leute wollen dazu beitragen, dass weniger Waffen auf den Strassen sind.» Die gesammelten Waffen würden im Anschluss an die Aktion eingeschmolzen, sagte Lopez.

Aktivisten der Waffenlobby versuchten während der Aktion vorübergehend, die Wartenden vom Tausch abzuhalten. Sie boten an, die Waffen zu kaufen, um sie «an eine Frau in Gefahr zu spenden», wie es auf einem Plakat hiess. Andere Kritiker monierten, dass die Teilnehmer vor allem ausgediente und kaputte Waffen abgeben würden, die sowieso nicht für kriminelle Aktivitäten benutzt würden.

In den USA wird nach dem Amoklauf von Newtown wieder leidenschaftlich über die Waffengesetze diskutiert. Am 14. Dezember hatte ein 20-Jähriger in einer Grundschule in dem Ort 20 Erstklässler sowie sechs Erwachsene und schliesslich sich selbst erschossen. Zuvor hatte er zu Hause seine Mutter getötet.

SDA/ses

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