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Warten auf den rettenden Bohrer

Hoffnungsschimmer für die chilenischen Kumpel: In nur drei Tagen ist ein Bohrer 268 Meter tief vorgedrungen. Doch er hat erst die Hälfte des Wegs zu den Eingeschlossenen zurückgelegt.

Viel Durchhaltewillen: In einer Videobotschaft an seine Familie gibt sich dieser Kumpel zuversichtlich.
Viel Durchhaltewillen: In einer Videobotschaft an seine Familie gibt sich dieser Kumpel zuversichtlich.
Keystone

Ein zur Bergung der in einer chilenischen Mine verschütteten Bergleute eingesetzter stärkerer Bohrer macht überraschend rasche Fortschritte. Die Maschine des Typs Schramm T-130 sei nach drei Tagen bereits 268 Meter tief vorgedrungen und habe damit mehr als die Hälfte der Strecke bis zu den Eingeschlossenen zurückgelegt, teilte Einsatzleiter Andres Sougarret mit. Trotzdem dämpfte er Hoffnungen auf eine schnellere Rettung.

Der Bohrer habe allein in den vergangenen 24 Stunden einen Fortschritt von 150 Metern gemacht, sagte Einsatzleiter Sougarret. Der seit Sonntag eingesetzte Bohrer überholte inzwischen die zuerst in Betrieb genommene Bohrmaschine Strata 950, die bislang bis in eine Tiefe von 141 Metern vorgedrungen ist. Ein dritter, noch stärkerer Ölbohrer sollte Ende der kommenden Woche in Betrieb gehen.

Retter dämpfen Hoffnungen

Der Leiter der Rettungsbohrungen dämpfte zugleich Hoffnungen, die seit über einem Monat verschütteten Bergleute könnten doch noch vor Dezember gerettet werden. Die Arbeiten mit dem Schramm T-130 befänden sich immer noch in der ersten Etappe, sagte Sougarret.

Dabei wird ein bereits bestehender Versorgungsschacht von derzeit zwölf Zentimetern Durchmesser auf 30 Zentimeter erweitert. Erst in einem zweiten Schritt könne der Bohrer mit Hilfe eines breiteren Bohrkopfs den Schacht auf die benötigten 70 Zentimeter ausdehnen. Dies werde dauern.

Die eingeschlossenen Bergleute sollen sich unterdessen mit einer Ausbildung in Schlachtfeld-Medizin gegen Notfälle bei den Rettungsarbeiten wappnen. Drei oder vier der Kumpel würden in «innovativen Techniken» geschult, die von der US-Armee im Irak und in Afghanistan eingesetzt würden, sagte der Chef der chilenischen Marine, Andres Llarena, der Tageszeitung «La Tercera».

Dazu gehörten Notmassnahmen gegen blockierte Atemwege, offene Brüche und schwere Blutungen. Nötig sei das Training, weil die Bergleute bei den Rettungsarbeiten helfen müssten, grosse Mengen Erde und Geröll zu bewegen. Dabei seien schwere Unfälle nicht ausgeschlossen.

Wettrennen gegen sinkende Moral

Angesichts der mühsamen Bergungsarbeiten fürchten Rettungsexperten um die Moral der Eingeschlossenen. Deshalb wollen sie den Männern keine vorschnellen Hoffnungen machen. Doch allein die Tatsache, dass sie inzwischen die Bohrungen hören können, hat den Durchhaltewillen der 33 Kumpel wieder gestärkt. Am Mittwoch feierten sie in ihrem Rettungsschacht den 54. Geburtstag ihres Schicksalgenossen Juan Illanes.

AFP/miw

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