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Warum Vulkanasche so gefährlich ist

Wegen eines Vulkans auf der kleinen Insel Island bleiben die Flugzeuge in halb Europa am Boden. Warum?

Der Betrieb auf Europas Airports ist zur Normalität zurückgekehrt: Landendes und startendes Flugzeug auf dem Flughafen Frankfurt am 21. April.
Der Betrieb auf Europas Airports ist zur Normalität zurückgekehrt: Landendes und startendes Flugzeug auf dem Flughafen Frankfurt am 21. April.
Reuters
Seine Kraft lässt nach: Der Eyjafjallajökull am 20. April 2010.
Seine Kraft lässt nach: Der Eyjafjallajökull am 20. April 2010.
Keystone
Düstere Aussichten: Eine Satellitenaufnahme zeigte, wie sich die Aschenwolke allmählich über Europa ausbreitet.
Düstere Aussichten: Eine Satellitenaufnahme zeigte, wie sich die Aschenwolke allmählich über Europa ausbreitet.
Reuters
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Die Flugzeuge bleiben am Boden. Deutschland, Belgien, die Niederlande, Grossbritannien, Norwegen und Dänemark – sie alle haben nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull ihren Luftraum gesperrt. Zehntausende Passagiere stecken auf Flughäfen in Oslo, Frankfurt und London fest. Angeordnet hat die Schliessung die europäische Flugsicherungsbehörde Eurocontrol.

Zu Recht, versichern Experten. Schon mehrmals sind in der Vergangenheit Maschinen wegen Vulkanasche in schwere Turbulenzen geraten. Im Juni 1982 versagten die Triebwerke einer British-Airways-Maschine auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Perth. Sie war in die Aschewolke des indonesischen Vulkans Mount Galunggung geflogen. Die Maschine mit 263 Passagieren an Bord konnte in Jakarta notlanden. 1989 geriet ein Flugzeug der KLM über Alaska in die Aschewolke des Mount Redoubt, die Piloten konnten im letzten Moment die Treibwerke wieder starten und sicher landen. Auch die Aschewolken des Pinatubo 1990 brachten Flugzeuge in Bedrängnis: Die Behörden meldeten damals 14 Zwischenfälle.

«Ich rechne damit jederzeit»

Aschewolken in der Luft seien «ein ernst zu nehmendes Problem für die Flugsicherheit», sagte Thomas Frick, Chefpilot der Swiss-Langstreckenflotte am Mittag in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens. Die Partikel könnten das Flugzeug auf vier verschiedene Arten beschädigen: Erstens wirkten sie wie ein Sandstrahler, zerkratzten Scheiben und Geräte. Weiter können sie wie Sand sämtliche Sensoren verstopfen, also beispielsweise die Geschwindigkeitsmesser der Maschine. Geraten die winzigen Steinchen in die Turbinen, legen sie die Triebwerke lahm. Sie schmelzen und werden dann auf den Blättern der Turbine und im Innern des Motors wieder hart: «Die Partikel backen förmlich das Triebwerk zu.» Ausserdem seien die Teilchen statisch geladen und störten so die Funkverbindung des Flugzeugs.

«Es ist wirklich erstaunlich, dass es durch Vulkanasche noch keinen Absturz gegeben hat», zitiert «Spiegel online» Robert Machiol von der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA. «Ich rechne damit jederzeit.» Besonders gefährlich sind Aschewolken, weil die Wolken auf gewöhnlichen Wetterradaren nicht erkennbar sind – die Partikel sind kleiner als die gewöhnlichen Dampftröpfchen, die Wolken bilden.

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