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Weiterer Rücktritt bei Nobelpreis-Akademie

Der Sexskandal um die renommierte Institution weitet sich aus: Das Akademie-Mitglied Katarina Frostenson tritt zurück. Sie ist die Frau des beschuldigten Kulturfunktionärs.

Ihr Mann soll über Jahre hinweg Frauen in der Akademie belästigt oder missbraucht haben: Nobelpreis-Mitglied Katarina Frostenson. (Archivbild)
Ihr Mann soll über Jahre hinweg Frauen in der Akademie belästigt oder missbraucht haben: Nobelpreis-Mitglied Katarina Frostenson. (Archivbild)
Olafur Steinar Gestsson, AFP

Nach dem Rücktritt der Chefin der Schwedischen Akademie, Sara Danius, hat ein weiteres Mitglied der renommierten Institution den Hut genommen. Akademie-Mitglied Katarina Frostenson, eine schwedische Autorin, kündigte am Donnerstagabend ebenfalls ihren Rückzug an.

Dies geschah im Zusammenhang mit dem Skandal um sexuelle Übergriffe. Der Mann von Frostenson ist dabei Beschuldigter. Die Akademie entscheidet alljährlich über die Vergabe des Literaturnobelpreises.

Kurz zuvor hatte Danius erklärt, sie lege ihr Amt auf Wunsch der Akademie mit sofortiger Wirkung nieder. Sie selbst hätte ihre Arbeit gerne fortgeführt, betonte sie.

Gewinner verraten?

Die Zeitung «Dagens Nyheter» hatte vor Monaten berichtet, dass der der Akademie nahestehende hochrangige Kulturfunktionär über Jahre hinweg 18 weibliche Mitglieder der Akademie, Frauen oder Töchter von Akademiemitgliedern und Mitarbeiterinnen belästigt oder missbraucht haben soll. Die Akademie kappte daraufhin alle Beziehungen zu Frostenson.

Aus Protest gegen die Missbrauchsfälle hatten bereits drei prominente Akademie-Mitglieder ihren Rücktritt erklärt. Peter Englund, Klas Ostergren und Kjell Espmark hatten sich nach einem regulären Treffen der Akademie in Stockholm zu ihrem Rückzug entschlossen, da die Akademie zumindest an Katarina Frostenson festhalten wollte. Auch Frostenson ist nicht unumstritten. Sie steht laut schwedischen Medien in Verdacht, Gewinner des Literaturnobelpreises im Vorfeld verraten zu haben.

SDA/chk

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