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Wer ist das überlebende Kind?

Nur ein Mensch hat das verheerende Flugzeugunglück in Tripolis überlebt. Seine Identität bleibt ein Rätsel. Derweil melden die libyschen Behörden, die Verunglückten stammten aus halb Europa.

Ruben hat als den Flugzeugabsturz vor Tripolis überlebt. Er wird im El-Khadra-Spital behandelt.
Ruben hat als den Flugzeugabsturz vor Tripolis überlebt. Er wird im El-Khadra-Spital behandelt.
Keystone
Viele Menschen haben dem Kind Blumen geschickt. Es weiss noch nicht, dass seine Eltern und sein Bruder ums Leben gekommen sind.
Viele Menschen haben dem Kind Blumen geschickt. Es weiss noch nicht, dass seine Eltern und sein Bruder ums Leben gekommen sind.
Keystone
Archivbild eines A330 der Afriqiyah Airways.
Archivbild eines A330 der Afriqiyah Airways.
Keystone
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Bei dem einzigen Überlebenden des Flugzeugabsturzes in Tripolis soll es sich um einen rund achtjährigen Jungen aus den Niederlanden handeln, hatten libysche Behörden erst erklärt. Ursprünglich hatten holländische Medien auch gemeldet, das Kind sei in Begleitung seiner Eltern und eines elfjährigen Geschwisters gewesen. Inzwischen ist aber fraglich, ob das Kind tatsächlich ein Junge ist. Wie die holländische Zeitung «De Volkskrant» schreibt, habe der behandelnde Arzt im Spital von Tripolis stets von «ihr» gesprochen. Zudem zeigen Fernsehbilder, dass das Kind lange Haare hat.

In den Aufnahmen sieht man eine junge Person mit einem geschwollenen linken Auge und Prellungen und Schürfwunden auf der linken Wange. Sie ist an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Wie die Zeitung «Telegraaf» meldet, sollen nach einer Operation des Kindes Mitarbeitende der niederländischen Botschaft das Kind besuchen, um seine Identität zu überprüfen. Danach wollen die libyschen Behörden auch eine Medienkonferenz abhalten.

Viele Holländer an Bord

Beim bislang schwersten Flugzeugunglück des Jahres sind am Mittwoch in Libyen mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Der libysche Verkehrsminister Mohammed Zaidan teilte mit, unter den Toten seien 61 Niederländer sowie Reisende aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Finnland, Südafrika und Libyen. Nach Angaben eines Reisebüros in Amsterdam waren im Anschluss an die geplante Landung in Tripolis einige Passagiere für einen Weiterflug nach Düsseldorf gebucht.

Die meisten Niederländer hatten eine organisierte Reise nach Südafrika gebucht. Die Unglücksmaschine der libyschen Fluggesellschaft Afrikijah Airways kam aus Johannesburg und hätte nach der Landung in Tripolis nach London weiterfliegen sollen. Beim Landeanflug auf Tripolis stürzte der Airbus A330-200 ab. An Bord waren 93 Passagiere und elf Besatzungsmitglieder. Bis zum Abend wurden nach Angaben der libyschen Behörden 96 Tote geborgen.

Keine schlechten Wetterbedingungen

Der niederländische Ministerpräsident Jan Balkenende zeigte sich schockiert über die Nachrichten aus Tripolis. Der anglikanische Erzbischof von Kapstadt, Thabo Makgoba, sagte, das Überleben des Kindes zeige, dass es mitten «in dieser dunklen Wolke des Todes einen Strahl der Hoffnung» gebe.

Die Ursache des Unglücks ist bislang unklar. Zum Zeitpunkt des Absturzes gab es keine schlechten Wetterbedingungen. Nach Angaben britischer Meteorologen war der Luftraum auch nicht durch Aschepartikel des isländischen Vulkans Eyjafjalla beeinträchtigt.

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