Wer war Medienanwalt Martin Wagner?

Der Basler galt als umtriebiger Anwalt. Was er mit Blocher und der SVP und auch dem Blick und FCB zu tun hatte.

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Der 1960 geborene Jurist Martin Wagner war gut vernetzt im Landkanton, etwa als Rechtskonsulent des Gewerbeverbands alias Wirtschaftskammer Baselland oder als Interessenvertreter für die Hauseigentümerschaft. 2011 kandidierte er auf der Baselbieter FDP-Liste erfolglos für den Nationalrat.

Der Schweizer Öffentlichkeit aufgefallen war Wagner 2010, als er für zehn Monate als Verleger der «Basler Zeitung» (BaZ) unter Hauptinvestor Tito Tettamanti fungierte. Dieses Duo setzte nach einem halben Jahr den Blocher-Intimus Markus Somm als Chefredaktor ein, was viel Wirbel um den «BaZ»-Kurswechsel auslöste.

Anwalt der BaZ

Blocher trat dann 2011 offiziell als Geldgeber in Erscheinung. Für die BaZ war Wagner ab 2012 wie schon früher wieder als Konzernanwalt aktiv. Wagner war zudem bis 2011 Verwaltungsratspräsident der Weltwoche Verlags AG.Im vergangenen März machte Wagner mit einem 200-Millionen-Übernahmeangebot für die Blick-Gruppe erneut landesweit von sich reden. Für welche Investoren er dabei auftrat, gab er selber nicht preis; Ringer ihrerseits – welche den Deal ablehnte – sprach von alt SVP-Nationalrat Walter Frey als Hauptinvestor hinter Wagner.

Verbandelt mit Medienunternehmer Burgener

Wagner arbeitete ferner mit dem neuen Präsidenten des FC Basel, Bernhard Burgener seit Jahren eng zusammen: Bei der börsenkotierten Highlight Event and Entertainment AG war Burgener Präsident des Verwaltungsrats und Wagner Mitglied desselben.

Highlight-Chef Burgener hatte sich unlängst im Machtkampf um die Filmgesellschaft Constantin mit dem ehemaligen Aufsichtsratschef, Dieter Hahn, durchgesetzt. Burgeners diskrete Gruppe mit Sitz in Pratteln BL vermarktet unter anderem den europäischen Fussballverband Uefa samt Champions League und den European Song Contest.

Besitzer von Radio Basilisk

2011 hatte Wagner überdies via die Burgener-Firma Escor (Spielautomaten) dem Tamedia-Konzern die Sender TeleZüri, TeleBärn sowie die Radiosender Radio 24 (Zürich) und Capital FM (Bern) abkaufen wollen – erfolglos.

Ziel war dabei, einen gemeinsamen Werbemarktpool mit den elektronischen Basler Medien, etwa mit Telebasel, Radio Baslisk oder Radio Basel, einzurichten. Wagner war von 2007 bis 2010 Besitzer von Radio Basilisk. (nag/sda)

Erstellt: 28.01.2018, 16:48 Uhr

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