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Wie ein zusammengeflickter Zombie

Zwei Frauen wurden als Kinder jahrelang missbraucht. Nach 14 Jahren gingen sie vor Gericht. Sechs Jahre prozessierten sie und bekamen recht. Trotzdem entkam der Kinderschänder. Der Auftakt zu einer vierteiligen Serie.

Michèle Binswanger
Zerstörte Kindheit: Fotoarbeit von Sean O'Carroll zum Thema Kindesmissbrauch.
Zerstörte Kindheit: Fotoarbeit von Sean O'Carroll zum Thema Kindesmissbrauch.
Luis Berg, Keystone

Er nannte sie «meine beiden Schlämpli». Sie waren Kindergartenkinder, als es begann. Und es hörte auf, als sie zehn Jahre alt waren. Weitere dreizehn Jahre dauerte es, bis die beiden Frauen, Emily und Yvonne, eine Sprache fanden für das Leid, das Huber ihnen angetan hatte. Er vergewaltigte sie zu Hause, im Büro und im Auto. Er führte ihnen Gegenstände ein – Barbiepuppen, Kugelschreiber, Kreiden. Manchmal steckte er ihnen einen Revolver in den Mund. Nahm sie hinters Haus, gab ihnen bunte Plastikschaufeln – solche, mit denen normale Kinder den Sandkasten umgraben –, befahl, zwei Gräber zu schaufeln, zeigte ihnen Fotos verkohlter Leichen. Emily, seine Tochter, kannte das schon. Yvonne fürchtete sich zu Tode. So werde er die Mutter, die Schwester, den Hund umbringen, wenn Yvonne ihrem Vater etwas sage. Manchmal nahm Yvonne Watte mit oder ein frisches Unterhöschen, damit zu Hause niemand etwas merkte. Denn das durfte niemand wissen. Was würden die Eltern denken, dass sie so eine ist? Das hatte er ihr eingeschärft. Ohnehin redete man bei Yvonne zu Hause nicht über solche Sachen.

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