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Wie Pirat «Grossmaul» in Belgien in die Falle ging

Die belgischen Behörden haben den unter dem Namen «Grossmaul» bekannten somalischen Piraten Mohammed Abdi Hassan festgenommen. Sie hatten ihn mit einem Trick nach Brüssel gelockt.

Tappte in die Falle der Ermittler: Mohamed Abdi Hassan.
Tappte in die Falle der Ermittler: Mohamed Abdi Hassan.
AFP
«Ich habe Einfluss, ich mobilisiere die Gemeinden, die Geistlichen und die Frauen, die Männer vom Meer fernzuhalten»: Hassan verkündet im Januar 2013 vor den Medien, er habe die Seite gewechselt.
«Ich habe Einfluss, ich mobilisiere die Gemeinden, die Geistlichen und die Frauen, die Männer vom Meer fernzuhalten»: Hassan verkündet im Januar 2013 vor den Medien, er habe die Seite gewechselt.
AFP
Mohamed Abdi Hassan soll an der Kaperung des Schiffs beteiligt gewesen sein: Die belgische Pompei.
Mohamed Abdi Hassan soll an der Kaperung des Schiffs beteiligt gewesen sein: Die belgische Pompei.
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Mit einem erfundenen Filmprojekt haben belgische Polizisten zwei führende somalische Piraten nach Brüssel gelockt und bei der Ankunft auf dem Flughafen verhaftet. Dies teilte Staatsanwalt Johan Delmulle vor den Medien mit. Die beiden Männer sollen die Entführung des belgischen Schiffes Pompei im April 2009 geleitet haben. Das Schiff war zwei Monate später gegen Zahlung eines hohen Lösegeldes wieder freigekommen.

Der Somalier Mohammed Abdi Hassan, auch als Afweyne - «Grossmaul» auf Somali - bekannt, galt als einer der wichtigsten Piratenführer an den Küsten des Indischen Ozeans. Er trug den Spitznamen «Pirat 001», wie belgische Medien berichteten. Auch bei der Kaperung und Entführung des belgischen Schiffs spielte er nach Zeugenaussagen des zweiten Steuermannes eine zentrale Rolle.

Nach Angaben des Staatsanwaltes machten die belgischen Polizisten dem Piratenchef in einer Undercover-Operation weis, dass sie einen Film über den berühmten Piraten Afweyne und dessen aufregendes Leben drehen wollten. Zur Unterzeichnung des Vertrages müsse er aber nach Brüssel kommen.

Von Polizei-Grossaufgebot empfangen

Der Pirat sah darin kein Problem, flog von Nairobi in Kenia aus nach Brüssel - und wurde dort von einem Grossaufgebot der Polizei erwartet. «Diese Leute bleiben ja meist aussen vor, obwohl sie eine wichtige Rolle bei Kaperungen spielen und oft den grössten Teil der Beute einstecken», sagte Delmulle.

Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton begrüsste die Festnahme als einen «bedeutsamen Schritt im Kampf gegen die Piraterie». Dennoch seien Gruppen von Seeräubern weiterhin aktiv. «Die EU wird deshalb in diesem Kampf nicht nachlassen», sagte ein Sprecher Ashtons.

Abdi Hassan und seinem Komplizen drohen nun 15 Jahre Haft für das Aufbringen des Schiffes und 30 Jahre wegen Geiselnahme. Sie werden an diesem Dienstag einem Haftrichter in Brügge vorgeführt. In Belgien befinden sich bereits zwei Piraten, die ebenfalls an der Kaperung der «Pompei» beteiligt waren, in Haft: Sie wurden zu neun beziehungsweise zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

(SDA)

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