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Wie viel Geld versteckte Schwarzer wirklich in der Schweiz?

Dank Selbstanzeige und Nachzahlung verhinderte Alice Schwarzer erst ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung. Doch nun werden neue Vorwürfe gegen die Frauenrechtlerin laut.

Abermals in Bedrängnis: Alice Schwarzer.
Abermals in Bedrängnis: Alice Schwarzer.
Keystone

Empörung machte sich breit, als vergangenen Februar bekannt wurde, dass Alice Schwarzer Steuern hinterzogen haben soll. Alice Schwarzer? Ganz genau, die Frauenrechtlerin und moralische Instanz, die seit Jahrzehnten ihre Meinung öffentlich kundtut, hortete heimlich Geld auf einem Schweizer Bankkonto. Doppelmoral war der meistgenannte Vorwurf.

Der «Spiegel»-Enthüllung ging eine Selbstanzeige voraus, die Schwarzer Anfang 2013 eingereicht hatte. Damit räumte sie ein, dass sie Zinseinnahmen nicht versteuert hatte. Die Feministin leistete darauf eine Nachzahlung von 200'000 Euro an Steuern plus Zinsen, was eigentlich eine Strafverfolgung verhindern würde.

Mehrere Liegenschaften durchsucht

Nun werden neue Vorwürfe laut. Wie «Spiegel online» berichtet, soll Schwarzer mehr Steuern hinterzogen haben als bisher bekannt. Die Nachrichtenplattform bezieht sich auf die Ergebnisse von Hausdurchsuchungen, welche die Behörden vornahmen. Die Staatsanwaltschaft und die Steuerfahndung aus Köln durchsuchten Mitte Mai diverse Objekte, unter anderem im Oberbergischen Kreis, wo die «Emma»-Herausgeberin ein Fachwerkhaus bewohnt. Gleichzeitig vollstreckten sie mehrere Durchsuchungsbeschlüsse für Bankkonten, wie «Spiegel online» berichtet.

Dabei hegen die Beamten den Verdacht, dass Schwarzer dem Fiskus Steuern aus selbstständiger Arbeit vorenthalten könnte – in sechsstelliger Höhe. Würden sich die Vorwürfe bewahrheiten, hätte dies möglicherweise verheerende Konsequenzen: Die Selbstanzeige wäre unwirksam, weil darin alle relevanten Steuervergehen hätten genannt werden müssen. Ein Strafverfahren die logische Konsequenz.

Schwarzers Anwalt reagiert

Gegenüber «Spiegel online» meldete sich bereits Schwarzers Anwalt. Er prangerte an, dass das Nachrichtenmagazin mit den neuen Verdachtsmomenten das Steuergeheimnis verletze. Er kritisierte zudem, dass offenbar Informationen von den Behörden an die Öffentlichkeit gedrungen seien. Er bestätigte allerdings, dass gegen Schwarzer ein steuerliches Ermittlungsverfahren läuft.

Weiter heisst es in seiner Mitteilung: «Die heute in den Medien angestellten Mutmassungen über die Höhe einer möglichen zusätzlichen Steuerschuld sind falsch.» Konkreter wurde der Anwalt nicht. Die Staatsanwaltschaft in Köln äusserte sich in der Sache nicht. «Das Thema Steuerhinterziehung kommentieren wir grundsätzlich nicht.»

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