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«Wir sollten uns dafür schämen»

Im US-Bundesstaat Oregon ist ein Mann in eine Schule eingedrungen und hat einen 14-jährigen Schüler erschossen. Präsident Barack Obama verurteilte das US-Waffengesetz scharf.

Die Polizei sperrt das Gelände ab...
Die Polizei sperrt das Gelände ab...
Thomas Boyd, Keystone
...während die Anwesenden das Geschehen entsetzt mitverfolgen. (10. Juni 2014).
...während die Anwesenden das Geschehen entsetzt mitverfolgen. (10. Juni 2014).
Steve Dipaola, Reuters
Eine Stadt in Trauer: Menschen gedenken dem Opfer an einer Kerzen Mahnwache. (10. Juni 2014)
Eine Stadt in Trauer: Menschen gedenken dem Opfer an einer Kerzen Mahnwache. (10. Juni 2014)
Steve Dipaola, Reuters
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Erneut sind an einer Schule in den USA tödliche Schüsse gefallen. An einer High School im Bundesstaat Oregon erschoss ein Bewaffneter einen Schüler, ein Lehrer wurde nach Behördenangaben verletzt. Der Angreifer kam ebenfalls ums Leben - Medienberichten zufolge durch Selbstmord. US-Präsident Barack Obama forderte nach dem Vorfall erneut schärfere Waffengesetze.

Der Mann sei am Morgen in die Reynolds High School in Troutdale nahe Portland eingedrungen und habe mit einem Gewehr auf einen Schüler geschossen, sagte der Polizeichef Scott Anderson. «Leider ist der Schüler gestorben.» Die Leiche des 14-Jährigen wurde den Angaben zufolge in einer Jungenumkleide in der Turnhalle der Schule gefunden.

Tochter flippte aus

Zeugen berichteten, dass Schüler und Lehrer sich während der Schiesserei in Klassenzimmern verschanzten. Ihre Tochter habe völlig verängstigt zusammen mit anderen Schülern in der Ecke eines Klassenraums gekauert, berichtete eine Mutter. Als ein Beamter eines Spezialeinsatzkommandos die Tür geöffnet habe, sei ihre Tochter «ausgeflippt, weil sie dachte, dass der Schütze reinkommt».

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die Schüler mit erhobenen Händen unter den Augen der Polizisten das Gebäude verliessen. Nach einer Stunde erklärte die Polizei, die Lage sei unter Kontrolle.

Die Todesursache des Schützen war unklar. Zunächst hiess es, der Mann sei von der Polizei getötet worden. Dies konnten die Behörden später aber nicht mehr bestätigen. Polizeichef Anderson wollte sich nicht dazu äussern, ob der Schütze durch Selbstmord oder Polizeikugeln starb.

Solidaritätsbekundung: Schüler der Walt Morey Middle School singen an einer Mahnwache. Quelle: Instagram/ayyekelli3

Serie von Schiessereien

In den vergangenen Wochen gab es im früheren «Wilden Westen» der USA eine ganze Serie von Schiessereien: So tötete am 23. Mai der Sohn eines Hollywood-Regisseurs auf einem Uni-Campus im kalifornischen Santa Barbara sechs Menschen und schliesslich sich selbst.

Am 5. Juni tötete ein Bewaffneter auf einem College-Campus in Seattle einen Menschen und verletzte zwei weitere. Am Sonntag erschoss ein Paar mit mutmasslichen Verbindungen zu einer Anti-Regierungs-Miliz in Las Vegas zwei Polizisten, einen Zivilisten und dann sich selbst.

Debatte über Waffengesetze

Tödliche Schiessereien und Amokläufe fachen in den USA regelmässig die Debatte über schärfere Waffengesetze an. Präsident Obama ist für eine solche Verschärfung, scheiterte aber im Kongress bislang am Widerstand vor allem aus den Reihen der Republikaner. Das Recht auf Waffenbesitz ist in der US-Verfassung verbrieft, Schätzungen zufolge befinden sich rund 300 Millionen Schusswaffen in Privathaushalten.

Nach den tödlichen Schüssen in Oregon sagte Obama, die USA müssten sich in der Frage einer «Gewissenserforschung» unterziehen. «Wir sind das einzige entwickelte Land der Welt, in dem so etwas passiert, und es passiert jetzt einmal in der Woche», kritisierte der Präsident. Das Ausmass der Waffengewalt sprenge mittlerweile jeden Rahmen. Es sei die «grösste Enttäuschung» seiner Präsidentschaft, dass bislang nicht einmal eine leichte Verschärfung des Waffenrechtes erreicht worden sei. «Wir sollten uns dafür schämen.»

AP/sda/wid/chk

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