Wo ist die Ehefrau von Kim Jong-un?

Seit sieben Monaten wurde Ri Sol-ju nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Ist sie schwanger – oder gar in Kims Ungnade gefallen?

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Das letzte Mal wurde Ri Sol-ju, seit 2012 Ehefrau von Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un, am 28. März gesehen. Sie nahm an einer Tour durch ein neues Gewerbequartier in der Hauptstadt Pyongyang teil. Während seither jede Spur von ihr fehlt, hat sich ihr Ehemann häufig in der Öffentlichkeit blicken lassen.

Es ist zwar nicht das erste Mal, dass Ri für eine gewisse Zeit nicht vors Volk tritt. Ein Jahr nachdem sie 2012 von der Bildfläche verschwand, gab Dennis Rodman, US-Basketballer und Freund Kims, bekannt, dass sie eine Tochter geboren habe. Doch Gerüchte häufen sich, dass hinter Ris jetzigem Verschwinden andere Ursachen liegen.

Die Meinung der Schwester ist massgebend

Toshimitsu Shigemura, Professor an der Tokio-Waseda-Universität und Experte für die Regierung von Pyongyang, sprach mit der englischen Zeitung «The Telegraph»: «Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Sie könnte schwanger sein, aber es könnte zwischen den beiden auch Probleme geben.»

Es gibt noch andere mögliche Szenarien: «Es gab Berichte über Instabilität und sogar über mehrere Attentatsversuche auf Kim letztes Jahr, einige sogar aus den eigenen Reihen. Es ist möglich, dass Ri nicht in der Öffentlichkeit auftaucht, weil sie streng bewacht wird.»

Ri könne aber auch bei Kim Yo-jong, der Schwester des Staatschefs, in Ungnade gefallen sein. Sie leitet seit letztem Jahr das Ministerium für Propaganda und Agitation und soll laut Shigemura als führende Kraft hinter dem Thron dafür zuständig sein, Kims Macht mit allen Mitteln zu erhalten.

Onkel sei «menschlicher Abschaum»

Diese Theorie ist gefährlich, denn der Staatschef ist dafür bekannt, nicht zimperlich mit in Ungnade gefallenen Personen umzugehen. Südkoreanischen Spionen zufolge hat er seinen Generalstabschef hingerichtet, weil dieser «während eines Meetings einschlief».

Vor Kims Zorn sind zudem auch Familienmitglieder nicht sicher, zu denen er eine enge Beziehung hat, wie sein Onkel Jang Sung-taek am eigenen Leib erfahren musste. 2013 liess Kim ihn hinrichten, wegen Verdachts auf Verrat. Kim bezeichnete ihn als «menschlichen Abschaum, schlimmer als ein Hund», als er die Hinrichtung verkündete. (sep)

Erstellt: 31.10.2016, 19:27 Uhr

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