Wölfe bilden neues Rudel in Graubünden

Das Calandarudel hat wohl neue Nachbarn. Auch in zwei weiteren Kantonen haben Wölfe Spuren hinterlassen.

Zwei von ihnen sind wohl zu Tode gestürzt: Nachwuchs des Calanda-Rudels im Juli 2017. Bild: Amt für Jagd und Fischerei Graubünden

Zwei von ihnen sind wohl zu Tode gestürzt: Nachwuchs des Calanda-Rudels im Juli 2017. Bild: Amt für Jagd und Fischerei Graubünden

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Es sei denkbar, dass oberhalb von Flims und Trin ein zweites Wolfsrudel lebe, sagte Adrian Arquint, Leiter des kantonalen Amts für Jagd und Fischerei, am Dienstag zu einem Artikel in der «Südostschweiz». Laut der Zeitung weisen von der Gruppe Wolf Schweiz zusammengetragene Indizien auf die Existenz dieses Rudels hin.

«Wir hatten auch schon den Verdacht», sagte Arquint. Ein gesicherter Nachweis fehlt aber laut dem obersten Bündner Wildhüter noch. Gewiss ist, dass seit diesem Jahr in Nachbarschaft zum Calandarudel ein zweites Wolfspaar lebt. Es handelt sich um den zugewanderten Rüden M56 und um die Wölfin F33, die aus dem Calandarudel stammt.

Das neue Wolfspaar wurde im Gebiet um den Piz Mirutta gesichtet, am Rand des Reviers der Calanda-Wölfe. In den letzten drei Wochen stürzten dort gleich zwei halbjährige Wölfe in steilem Gelände ab und starben. Eine Gen-Analyse wird aufzeigen, ob die toten Jungwölfe zum Calanda-Rudel gehören oder ob sie die Nachkommen des zweiten Wolfspaars sind.

Die Kadaver der Jungtiere werden momentan am pathologischen Institut der Universität Bern untersucht. Die Resultate sollten in etwa zwei Wochen vorliegen.

Wolf reisst in Seelisberg zwei Schafe

Wölfe haben auch in anderen Kantonen für Aufsehen gesorgt. Letzten Freitag hat ein Wolf bei Seelisberg UR zwei Schafe gerissen. Kurze Zeit später tappte er am selben Ort in eine Fotofalle. Der Urner Kantonsforstmeister Beat Annan bestätigte am Dienstag eine Meldung von Zeitungen der CH Media.

Bereits im Juli kam es im nidwaldnerischen Emmetten zu einem Wolfsriss. (Archivbild) Bild: WWF/Keystone

Der Kanton Uri hatte am Freitag einen Wolfsalarm ausgelöst, nachdem aus dem Gebiet Seelisberg eine Wolfssichtung gemeldet worden war. Ein Schafhalter schaute darauf auf seiner eingezäunten Heimweide nach und entdeckte dort die zwei gerissenen Tiere. Der Wildhüter platzierte eine Fotofalle, in die der Wolf kurze Zeit später tappte.

Die Urner Behörden gehen davon aus, dass die Schafe bei Seelisberg von einem Wolf gerissen wurden, nicht nur wegen des Fotos, sondern auch wegen des Rissbildes. Zudem wurde eine DNA-Probe genommen.

Ganz in der Nähe, im nidwaldnerischen Emmetten, war es im Juli zu einem Wolfsriss gekommen. Ob es sich um denselben Wolf handelt, kann nur vermutet werden. Die damals abgenommene DNA-Probe hatte kein brauchbares Ergebnis geliefert.

Auch am Albis streift mutmasslich ein Wolf herum

Auch im Kanton Zürich streift wohl wieder ein Wolf umher. Der Kanton informierte am Montag per SMS-Alarm Schafhalter und andere Interessierte, dass vergangene Woche im Raum Albiskette ein wolfsähnliches Tier gesichtet worden sei.

Zudem seien zwei Rehe gerissen worden. Die DNA des Tiers wird nun untersucht. Mit einem Resultat rechnet die Fischerei- und Jagdverwaltung in etwa zwei Wochen.

(oli/sda)

Erstellt: 16.10.2018, 14:37 Uhr

Halbjähriger Wolf zu Tode gestürzt

In Graubünden ist vergangene Woche oberhalb von Trin und Flims schon wieder ein Jungwolf in steilem, felsdurchsetztem Gelände abgestürzt und seinen Verletzungen erlegen. Es ist schon das zweite halbjährige Tier, dass diesen Herbst bei der Alp am Piz Mirutta abstürzte und verstarb.

Der Kadaver des jungen Wolfs wurde am Samstag von einer Privatperson entdeckt und der Wildhut gemeldet. Gemäss dem Verwesungsgrad war das Tier bereits mehrere Tage tot. Der Jungwolf stürzte fast am gleichen Ort ab, wie der erste rund zwei Wochen zuvor.

Auf der Alp befinde sich eine grosse Schafherde, die trotz Herdenschutz womöglich «eine gewisse Anziehungskraft» auf die Wölfe ausübe, sagte Adrian Arquint, Vorsteher des Amtes für Jagd und Fischerei, auf Anfrage von Keystone-SDA. Das Gelände um die Alp sei sehr steil und ein Felsband ziehe sich durch den Absturzhang.

Ein unerfahrener Jungwolf könne da beim Hochklettern in Panik geraten und abstürzten, sagte Arquint. Dennoch sei es kein alltäglicher Fall, dass gleich zwei Tiere in so kurzer Zeit abstürzten.

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