Wolkenkratzer bringt Autos zum Schmelzen
Im Londoner Bankenviertel fokussiert das 160 Meter hohe und konkave Gebäude Walkie Talkie das Sonnenlicht wie eine Lupe. Die Hitzefolgen sorgen für einigen Wirbel.

Noch nicht einmal fertig gebaut, bietet das gläserne Hochhaus namens Walkie Talkie in London bereits reichlich Grund zum Ärger. Das 37-stöckige Glasgebäude im Finanzbezirk der britischen Hauptstadt lässt Autos schmelzen. Grund ist die konkave Architektur des 160-Meter-Hauses.
Der Unternehmer Martin Lindsay traute seinen Augen kaum, als er letzte Woche zu seinem parkierten Jaguar XJ zurückkehrte. Zwei Stunden zuvor hatte er seinen Luxuswagen an der 20 Fenchurch Street parkiert – unwissend, dass dieser dort wie eine Ameise unter einer Lupe braten würde.
Plastikgestank
Gegenüber der britischen Zeitung «City A.M.» schildert er den Anblick wie folgt: «Das Auto sah furchtbar aus – jedes Stück Plastik auf der linken Seite und alles auf dem Armaturenbrett war geschmolzen.» Auf der Strasse habe es überall nach angeschmolzenem Plastik gestunken.
Nach dem ersten Schock entdeckte er einen Notizzettel auf der Frontscheibe: «Ihr Auto ist verformt, rufen Sie uns bitte zurück», teilte ihm der Bauunternehmer des Wolkenkratzers mit. Die rund 946 Pfund Reparaturkosten wurden von der Firma zurückerstattet.
Drei Parkplätze gesperrt
Die Fähigkeit des Hochhauses, Gegenstände zu schmelzen, könnte das Unternehmen teuer zu stehen kommen. Laut der britischen Boulevardzeitung «Daily Mail» haben sich weitere Betroffene gemeldet. Zum Beispiel Eddie Cannon. Der Ingenieur hat vor kurzem einen Energydrink im parkierten Auto liegen lassen. Als er zurückkam sah die Flasche aus wie gebacken. Auch die Fernsehstation BBC nimmt sich der Geschichte an. In einem Aufruf fordert sie Betroffenen auf, sich zu melden.
Inzwischen hat London reagiert und drei Parkplätze in der betroffenen Gegend gesperrt. Im nächsten Jahr soll der Wolkenkratzer fertiggestellt werden. Für die Autobesitzer in London bleibt zu hoffen, dass der Architekt Rafael Vinoly schon vorher eine Lösung für das Schmelzproblem findet.
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