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Zahnarzt missbrauchte Patientinnen– 15 Monate Haft

Er belästigte Frauen, während sie bei ihm auf dem Behandlungs-Stuhl lagen. Dafür kassiert ein Genfer Zahnarzt 6 Monate bedingt. Der Mann habe sich verhalten wie ein Raubtier, urteilte das Gericht.

Das Strafgericht in Vevey hat einen Zahnarzt wegen sexueller Handlungen zu 15 Monaten Gefängnis und zu einer Busse von 20 Tagen à 500 Franken verurteilt. Der heute 42-Jährige hatte sich zwischen Ende 2009 und Anfang 2010 in seiner Praxis in Montreux an zwei Patientinnen vergangen.

Der heute in Genf praktizierende Zahnarzt wurde wegen sexueller Handlungen an zum Widerstand unfähigen Personen sowie wegen Exhibitionismus verurteilt. Er belästigte die Frauen, während sie bei ihm auf dem Stuhl zur Behandlung lagen.

Griff ins Décolleté

An einer der Patientinnen hatte sich der Mann gerieben, weil er dachte, er habe «einen guten Kontakt» zu ihr und sie habe ein schönes Décolleté. Plötzlich habe er seine Hand unter ihren Pullover gleiten lassen und ihr in den Büstenhalter gegriffen.

Das Opfer fühlte sich durch den Übergriff wie gelähmt und hatte sich demzufolge nicht gewehrt. Auch der zweiten Patientin griff der Zahnarzt mehrmals an die Brüste. Als diese nicht reagierte, entblösste er sein Geschlecht vor ihr.

«Wie ein Raubtier»

Der Mann habe sich «wie ein Raubtier» verhalten, urteilte das Strafgericht von Vevey. Er habe äusserst verwerfliche Taten begangen, und seine Schuld wiege schwer. Der verurteilte Zahnarzt sagte vor Gericht, er bereue seine «dummen Handlungen» zutiefst. Er habe mit dem Feuer gespielt und das Fehlen einer Reaktion der Opfer falsch interpretiert und geglaubt, sie seien damit einverstanden.

Die vom Gericht ausgesprochene Strafe ist höher als die von der Staatsanwaltschaft beantragten zwölf Monate Gefängnis, sechs Monate davon bedingt. Hingegen lehnte es das Gericht ab, ein Berufsverbot von fünf Jahren auszusprechen, wie es die Anklage gefordert hatte.

Der Zahnarzt war bereits 2003 von einem Genfer Staatsanwalt zu einer Busse in der Höhe von 1500 Franken verurteilt worden, weil er einer Patientin den Rock hochgezogen hatte.

SDA/ami

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