Zeugin: «Ich bin froh, dass er überlebt hat»

Die niederländischen ­Behörden wollen die ­Flugshow in Leeuwarden auch nach dem Absturz des Schweizer Jets abhalten.

An der Absturzstelle des Tiger steigt Rauch auf. Der Pilot krachte in ein nahe gelegenes Gewächshaus und erlitt Schnittwunden. Foto: Stefan Postema (EPA, Keystone)

An der Absturzstelle des Tiger steigt Rauch auf. Der Pilot krachte in ein nahe gelegenes Gewächshaus und erlitt Schnittwunden. Foto: Stefan Postema (EPA, Keystone)

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Evelien Vink ist mit dem Schrecken davongekommen. Die Frau wohnt mit ihrer Familie im Haus, bei dem gestern die Tiger der Patrouille Suisse abgestürzt ist. Ihre Tochter habe einen Knall gehört und dann im Garten gesehen, wie das Flugzeug explodiert sei, berichtete die Frau dem «Leeuwarder Courant». Gleichzeitig sei der Pilot herangehumpelt gekommen. Der Schleudersitz liege bei ihr im Garten.

Die Familie führt den Gartenbaubetrieb Vink Sion mit den Gewächshäusern rund um die Unfallstelle. Die Polizei sei schnell zur Stelle gewesen, berichtete Evelien Vink gestern der «Friesischen Zeitung» weiter: «Ich bin froh, dass der Pilot überlebt hat.» Der Absturz geschah kurz vor 17.00 Uhr unweit von Leeuwarden, dem Verwaltungssitz der niederländischen Provinz Friesland. Die Absturzstelle wurde von Militär und Polizei weiträumig abgesperrt.

Augenzeugenvideos: So stürzte die Maschine der Patrouille Suisse ab.

Die Behörden gaben am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz bekannt, trotz des Unglücks an der Flugschau auf der Luftwaffenbasis bei Leeuwarden heute und morgen festhalten zu wollen. «Wir bedauern das Unglück sehr», sagte ein Vertreter der Organisatoren. Die beiden Tiger der Patrouille Suisse hätten sich in der Luft berührt, worauf der eine Pilot habe aussteigen müssen. Dem Schweizer gehe es den Umständen entsprechend gut. Er sei an beiden Knöcheln verletzt und habe ein paar Schnittwunden.

«Wir sind unglaublich froh, dass es keine Opfer gegeben hat und kein grösserer Schaden entstanden ist», sagte Leeuwardens Bürgermeister Fred Crone. Einzig an den Gewächshäusern sind ein paar Scheiben zu Brüche gegangen. Es sei eine schwierige Abwägung gewesen, an der Schau festzuhalten, betonte Crone. Die Piloten seien aber höchst professionell, und Unfälle seien auch schon bei Flugshows in anderen Ländern passiert. Die Veranstaltung der königlichen Luftwaffe der Niederlande findet jedes Jahr abwechselnd auf verschiedenen Stützpunkten statt. Die Organisatoren erwarten bei der Show heute und morgen mindestens 200'000 Zuschauer.

Die Patrouille Suisse hat zwar ihre Teilnahme nach dem Unglück abgesagt. Laut Programm sind Belgiens Red Devils, die französische Patrouille de France, die britischen Red Arrows, die italienische Kunststaffel Frecce Tricolori und die Turkish Stars mit Vorführungen eingeplant. Auch die Luftwaffen Österreichs, der Slowakei und Spaniens sind vertreten. Die königliche Luftwaffe der Niederlande will unter anderem ihre neuen F-35 präsentieren, die ihr aber erst ab 2019 zur Verfügung stehen.

Erstellt: 10.06.2016, 00:13 Uhr

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