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Zwei SBB-Züge kollidieren frontal – Lokführer tot

Es ist das schwerste Unglück auf Schweizer Schienen seit zehn Jahren: In der Waadt bei Granges-près-Marnand prallten zwei Züge aufeinander. 25 Menschen wurden verletzt, der Lokführer kam ums Leben.

Aufräumarbeiten mit schwerem Gerät: Die zusammengestossenen Triebwagen werden auf Lastwagen verladen. (30. Juli 2013)
Aufräumarbeiten mit schwerem Gerät: Die zusammengestossenen Triebwagen werden auf Lastwagen verladen. (30. Juli 2013)
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Der eine Triebwagen wurde beim Aufprall um acht Meter zusammengestaucht. (30. Juli 2013)
Der eine Triebwagen wurde beim Aufprall um acht Meter zusammengestaucht. (30. Juli 2013)
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Mitarbeiter der Feuerwehr evakuierten die Verletzten. (29. Juli 2013)
Mitarbeiter der Feuerwehr evakuierten die Verletzten. (29. Juli 2013)
Reuters
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Um 18.45 Uhr sind in Granges-près-Marnand im Kanton Waadt zwei Regionalzüge frontal aufeinandergeprallt. Retter konnten den während Stunden im Wrack eingeklemmten Lokführer nur noch tot bergen, wie die Kantonspolizei Waadt am frühen Morgen mitteilte.

Die SBB haben am Dienstagmorgen die Bilanz nach unten korrigiert. Sie spricht nun von 25 Verletzten. Gestern war die Zahl der Verletzten von der Polizei auf 35 beziffert worden – zuvor war sogar von 44 Verletzten die Rede gewesen. Bei den 25 Verletzten handelte es sich um Personen, die von der Rega oder Ambulanzen ins Spital gebracht wurden, wie die Kantonspolizei Waadt mitteilt.

Schwere Maschinen am Unfallort

Schwere Maschinen sind vor Ort, um die beiden frontal zusammengestossenen Züge zu trennen. Die Bergung wird mehrere Stunden dauern. Auch der Zivilschutz wurde aufgeboten.

Bis um 22.30 Uhr wurden 23 Verletzte in verschiedene Spitäler im Kanton Waadt gebracht, darunter die Spitäler Yverdon und Payerne sowie das Universitätsspital in Lausanne. Die anderen Verletzen wurden vor Ort gepflegt und erhielten psychologische Unterstützung.

Vor Ort im Einsatz waren mehrere Ambulanzen, Polizeipatrouillen, die Feuerwehr von Broye-Vully sowie ein Helikopter der Rega.

Die Unfallursache war am Montagabend zunächst noch unklar. Die Schweizerische Unfallunterschungsstelle (SUST) eröffnete zum Unfall eine Untersuchung.

Einfahrender prallt auf ausfahrenden Zug

Zur Kollision kam es, als ein Zug den Bahnhof verlassen wollte, während der andere gerade ankam, wie Pierre-Olivier Gaudard, Mediensprecher der Kantonspolizei Waadt sagte. Einer der Züge war von Lausanne Richtung Payerne VD unterwegs, der andere fuhr die gleiche Strecke in der Gegenrichtung.

Die SBB richtete unter der Nummer 0800 722 233 eine Hotline für Betroffene und Angehörige ein. Reisende auf der Strecke Payerne-Moudon mussten auf Bahnersatzbusse umsteigen.

Wie lange die Bergungsarbeiten dauern werden, war am späten Montagabend noch unklar, wie SBB-Mediensprecher Reto Schärli sagte. «Ob die Strecke am Dienstag wieder befahrbar ist, ist noch offen», so Schärli. Am späten Abend waren vor Ort schwere Maschinen im Einsatz, um in die ineinander verkeilten Züge voneinander zu trennen.

Schwerster Unfall seit 2003

Der Unfall in Granges-près-Marnand ist einer der schwersten der letzten Jahre. Zugkollisionen mit über 40 Verletzten gab es zuletzt im Jahr 2003. Damals kam es gleich zu zwei schweren Unglücken. In Gsteigwiler BE gab es nach einer Kollision 44 Verletzte und einen Toten. Bei einem Unfall im Bahnhof Oerlikon wurden 45 Personen verletzt, eine Person starb.

Leservideo «24 Heures»

SDA/fko/kle

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