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Aus dem Bezirksgericht Zürich«Paradebeispiel eines Giftmords» – oder blosse Notwehr?

Eine 53-Jährige hat versucht, ihren 48-jährigen Mann zu töten. Erst mit Medikamenten, dann mit einem Kabel. Warum, müssen nun die Richter klären.

Blick in die Eingangshalle des Bezirksgerichts Zürich. Hier musste sich das Ehepaar verantworten. Ihr wird Mord vorgeworfen, ihm Vergewaltigung.
Blick in die Eingangshalle des Bezirksgerichts Zürich. Hier musste sich das Ehepaar verantworten. Ihr wird Mord vorgeworfen, ihm Vergewaltigung.
Foto: Urs Jaudas

Unbestritten ist nur so viel in dieser an Lügen reichen Geschichte: Eines Abends im April 2018 besucht ein Mann seine Frau im gemeinsamen Haus. Er ist kurz zuvor ausgezogen, will nun aber noch ein paar Sachen holen. Sie setzt ihm ein süsses Heissgetränk vor, von dem sie weiss, dass er es mag. Darin aufgelöst: starke Psychopharmaka. Der Mann schläft ein. Am nächsten Morgen schlingt sie ihm ein Ladekabel um den Hals, zieht so stark zu, dass er Blut hustet und einen Tag auf die Intensivstation muss.

Die grosse Frage ist: Warum hat sie das getan? Ende Oktober hatten beide dem Bezirksgericht Zürich ihre Version der Sache geschildert, aber geklärt hatte das nichts. Sie sagte, er habe sie jahrelang vergewaltigt, geschlagen und tyrannisiert (weshalb auch er als Beschuldigter vor Gericht steht).

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