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Folgen von Corona Zürcher ÖV fährt hoch – VBZ will Schutzmasken

Keine Maskenpflicht, aber Ticketkontrollen: Ab dem 11. Mai wechselt der Zürcher ÖV wieder in den Normalbetrieb. Wegen Homeoffice rechnet der ZVV mit massiv höheren Verlusten.

Eine Maskenpflicht besteht nicht, aber die Trams gehen mit gutem Beispiel voran.
Eine Maskenpflicht besteht nicht, aber die Trams gehen mit gutem Beispiel voran.
Foto: VBZ

Ab Montag, 11. Mai, fahren fast alle Trams und S-Bahnen in Zürich wieder nach Fahrplan. Dies gaben Franz Kagerbauer, der Direktor des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV), und Regierungsrätin Carmen Walker Späh am Donnerstagmorgen an einer Pressekonferenz bekannt.

Eine Maskenpflicht zur Benützung des ÖV besteht nicht. Aber Franz Kagerbauer empfahl «dringlich», in Stosszeiten eine Maske aufzusetzen. «Wir setzen auf die Eigenverantwortung und Solidarität der Fahrgäste», sagte er. Ausserdem solle man, wenn möglich, nicht zu Stosszeiten per ÖV reisen. Und besonders gefährdete Personen sollten den ÖV ganz meiden.

Die Stadtzürcher Verkehrsbetriebe VBZ, die dem ZVV angeschlossen sind, gehen noch etwas weiter. Sie bitten die Passagierinnen und Passagiere, stets eine Maske zu tragen. Acht Trams des Typs Cobra wurden mit einer Hygienemaske verziert. «Mit guten Beispiel voran», so der Slogan.

Im ZVV wurden in den letzten Wochen 94 Prozent der Zugverbindungen aufrechterhalten. Die ausgedünnten Linien sollen nun wieder eingeführt werden. Zum Beispiel verkehrt die S 19 ab nächstem Montag wieder ganztags, und auch die S 35 fährt gemäss Jahresfahrplan. Die Entlastungslinien zur Hauptverkehrszeit (S 20, S 21 und S 23) werden ab dem 11. Mai teilweise und ab 8. Juni wieder vollständig im gewohnten Takt angeboten.

Wir empfehlen dringlich, in Stosszeiten eine Maske zu tragen.

Franz Kagerbauer, Direktor der Zürcher Verkehrsbetriebe

In der Stadt Zürich wurde der öffentliche Verkehr um circa ein Drittel reduziert. Schon seit dem 4. Mai hingegen wurde er wieder hochgefahren. Die Trams und Busse verkehren im üblichen Takt. In der Stadt Winterthur gilt vorerst noch der Sommerferien-Fahrplan. Ab dem 8. Juni soll der Normalbetrieb aufgenommen werden.

Bis auf Weiteres bleiben touristische Verbindungen eingestellt, insbesondere Schiffslinien auf dem Zürichsee. Und das ZVV-Nachtnetz ist weiterhin ausser Betrieb. Zur Sicherheit wird empfohlen, sich vor jeder Reise den Online-Fahrplan anzuschauen.

Mit der Rückkehr des Normalbetriebs werden auch die Ticketkontrollen wieder eingeführt.

Minus 440 Millionen Franken

Nach dem Lockdown Mitte März ist die Zahl der Fahrgäste massiv eingebrochen. Der ZVV verzeichnet ein Minus von 80 Prozent (an durchschnittlichen Tagen nutzten 1,8 Millionen Menschen die ZVV-Angebote). Dieser Einbruch hat auch finanzielle Folgen, die Einnahmen gingen um 75 Prozent zurück.

In nackten Zahlen ausgedrückt: Das Defizit im Jahr 2020 wird laut ZVV-Direktor Franz Kagerbauer bis zu 440 Millionen Franken betragen. «Stand heute», fügte er an. Das sind 100 Millionen mehr als budgetiert. Während sich der Kanton Zürich und die Gemeinden das Defizit üblicherweise aufteilen, hofft man in dieser aussergewöhnlichen Lage auf den Bund. Zurzeit finden Gespräche statt, Lösungen gibt es aber noch keine.

«Die Hauptlast werden so oder so Kanton und Gemeinden tragen müssen», sagte Kagerbauer. Er stellte aber auch klar: «Preiserhöhungen sind nicht vorgesehen.»